17 Mai 2016

Deutsche Rentenversicherung prüft verstärkt Durchschnittsberechnung

Keine Kommentare Uncategorized

Wie bereits berichtet, wurden bei den Prüfungen der Bundesagentur für Arbeit im Zeitraum 2009 bis 2015 festgestellt, dass 2/3 der geprüften Zeitarbeitsunternehmen (13.746 Fälle) gegen Tarife und Gesetze verstoßen haben (http://ow.ly/pI4R300heki).

Die häufigsten Verstöße im Zeitraum 2013 – 2015 waren: Fehlerhafte Entgeltfortzahlung an Feiertagen sowie im Urlaubs- und Krankheitsfall. Branchenzuschläge  und Mindest-löhne nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG) wurden nicht korrekt vergütet. Die Eingruppierung der Leiharbeitskräfte entsprach nicht der imÜberlassungsvertrag beschriebenen Tätigkeit.

Die meisten dieser Verstöße betreffen neben den Beschäftigten auch  die Sozialkassen. Dort gilt  bekanntlich das „Anspruchsprinzip“ . Beiträge sind gemäß den Vergütungsansprüchen (aus Tarif und Gesetz) zu zahlen. Deshalb rücken die o.g. Verstöße in den Fokus der Sozialversicherungsprüfungen. Besonderes Augenmerk wird auf die Korrektheit der Durchschnittsberechnung gelegt. Werden fehlerhafte Lohnzahlungen bei allgemeinverbindlichen Mindestlöhnen festgestellt, wird der Zoll verständigt.

SicherheitEs empfiehlt sich daher, zur eigenen Sicherheit und um mögliche Überraschungen zu verhindern, seine Lohnsoftware (inkl. Ein-stellungen) auf Korrektheit zu überprüfen.

Wer zur Eigenkontrolle ein Überprüfungstool zur Durchschnittsberechnung wünscht, kann das bei der I.Q.Z (info@iq-z.de) gegen eine Schutzgebühr (Vorkasse) von 40,00 € plus MWST (=47,60 €) jederzeit bestellen.

11 Mai 2016

Einigung im Streit um die Neuregelung der Zeitarbeit und Werkverträge

1 Kommentar Politik

Für die rund eine Million Leiharbeiter wird es jetzt klare gesetzliche Vorgaben geben. Der Gesetz-entwurf von Arbeitsministerin Nahles wird aber nach dem gestrigen Koalitionsausschuss etwas geändert. Die wichtigsten Punkte im Überblick.

„Equal Pay“: Grundsätzlich gilt, dass Zeitarbeiter nach neun Monaten im selben Entleihbetrieb Anspruch auf den gleichen Lohn wie Stammbelegschaften haben. Davon dürfen Arbeitgeber und Gewerkschaften abweichen, wenn es Tarifverträge gibt, in denen Zuschläge für Leiharbeiter geregelt sind, sofern diese Zuschläge den Einstiegslohn schon nach sechs Wochen erhöhen – wie etwa in der Chemie- und Metallbranche. Nach spätestens 15 Monaten muss aber ein Arbeitsentgelt erreicht werden, das von den Tarifparteien als gleichwertig mit Stammbeschäftigten erachtet wird.

Höchstüberlassungsdauer: Grundsätzlich darf ein Leiharbeiter höchstens 18 Monate im selben Entleihbetrieb beschäftigt werden – dann muss er gehen oder der Betrieb muss ihn fest übernehmen. Auch davon dürfen Gewerkschaften und Arbeitgeber auf Grundlage gemeinsamer Vereinbarungen aber abweichen. Auch Unternehmen, die keinem Flächentarifvertrag unterliegen, können die Überlassungsdauer verlängern, wenn sie mit ihrem Betriebsrat eine entsprechende Vereinbarung treffen. Die Unterbrechungszeit bis zu einem möglichen Neueinsatz wurde von 6 auf 3 Monate reduziert.

Übergangsfrist für Arbeitgeber: Zudem müssen Leiharbeiter noch etwas länger warten, bis sie Anspruch auf den gleichen Lohn haben. Bei der Beschäftigungsdauer von neun Monaten, die dafür Voraussetzung ist, werden nur Zeiten ab dem Inkrafttreten gezählt. Davor liegende Beschäftigungs-zeiten bleiben außen vor. „Die Arbeitgeber erhalten so eine Übergangsfrist“, heißt es in der Einigung.

Streikbrecher: Betriebe dürfen Leiharbeiter nicht arbeiten lassen, wenn es einen Arbeitskampf gibt. Sie dürfen aber weiter eingesetzt werden, wenn sie keine Aufgaben von Streikenden verrichten. Dies muss Nahles in ihrem Gesetzentwurf klarstellen.

Werkverträge: Bei den Regelungen zu Werkverträgen herrschte schon vor der Koalitionsrunde Einigkeit: Kriterien zur Abgrenzung von abhängiger und selbstständiger Arbeit sollen helfen, dass Arbeitgeber Werkverträge nicht missbrauchen. Bei der Zeitarbeit werden Arbeitskräfte entliehen, während bei einem Werkvertrag eine Arbeitsleistung unabhängig von einer bestimmten Person eingekauft wird. Arbeitgebern soll es erschwert werden, mit Werkverträgen Schutzstandards zu umgehen.

Das Gesetz soll nun am 01.07.2017 in Kraft treten.

Quelle https://www.tagesschau.de/wirtschaft/hintergrund-leiharbeit-101.html

In die Einigung fließen eindeutig Empfehlungen der I.Q.Z ein. Wie der Referentenentwurf nach der Einigung im Detail aussieht werden wir nach Veröffentlichung kommentieren.

09 Mai 2016

Wege zur sicheren Auswahl von Personaldienstleistern

Keine Kommentare Beratung, Rechtsprechung, Unternehmensmarke, wirtschaftlicher Erfolg, Zertifiziert

Große Veränderungen werfen ihre „Schatten“ voraus. Tarifverträge der Zeitarbeit (Mantel, Entgelt, Mindestlohn Zeitarbeit und Branchenzuschläge) laufen Ende des Jahres 2016 aus. Zusätzlich plant die Bundesregierung noch in diesem Jahr eine finanzielle Gleichstellung der Zeitarbeitnehmer nach 9 Monaten mit dem Stammpersonal des Entleihers. Sollten Branchenzuschlagstarife bestehen oder neu abgeschlossen werden (bisher in 11 Branchen), soll die Gleichstellung nach 15 Monaten erfolgen. Außerdem soll die maximale Einsatzzeit 18 Monaten betragen. Tarifliche Ausnahmen sind momentan nur für die Entleihbetriebe vorgesehen. Die „Schutzfunktion“ einer Überlassungserlaubnis für Schein-Werkverträge soll entfallen und der Einsatz bei Streiks soll verboten werden.

Hintergrund dieser Aktivitäten ist, dass immer wieder  Missbrauch der Zeitarbeit festgestellt wurde. Aktuelle Zahlen der Prüfungsergebnisse der Erlaubnisbehörde (2013 bis 2016) und der 12. AÜG- Bericht der Bundesregierung (2009 bis 2012) zeigen den Hintergrund für die andauernde Missbrauchsdebatte auf (http://ow.ly/4mT367).

2/3 der Zeitarbeitsunternehmen halten Gesetze und Tarife nicht ein

lohnprüfungDie Bundesagentur zählt ca. 21.826 Erlaubnisinhaber im Sinne des AÜGs. In den letzten sieben Jahren wurden über 24.000 Prüfungen durchgeführt. In 13.746 Fällen wurden Verstöße gegen Gesetze und Tarifverträge festgestellt. 2/3 der geprüften Unternehmen haben nicht nach geltendem Recht gearbeitet. Die Aufsichtsbehörde hat allein in den letzten 2 Jahren 1,4 Mio. Euro an Bußgeldern verhängt und über 900 Unternehmen die Erlaubnis entzogen. Die häufigsten Verstöße betrafen die Entgeltfortzahlung im Urlaubs- und Krankheitsfall sowie an Feiertagen, Nicht-zahlung Branchenzuschlägen und Branchen-Mindestlöhnen und zu niedrige Eingruppierung.

Prüfabteilung der Rentenversicherung prüfen verstärkt die von der BA festgestellten Verstöße

Zustehender Lohn wird den Beschäftigten nicht gezahlt. Auch den  Sozialversicherungen wir ein nicht unerheblicher Teil an Beiträgen vorenthalten (strafrechtlich relevant). Bei den Sozialversicherungen zählt bekanntlich nicht das, was Mitarbeiter/innen gezahlt wurde, sondern worauf ein Beschäftigter Anspruch hat. Inzwischen prüfen nachweislich auch die Sozialversicherungen (Prüfabteilung der Rentenversicherung) und der Zoll verstärkt im Bereich der o.g. Verstöße. Einige Staatsanwaltschaften ermitteln auch wegen des Verdacht auf vorsätzlichen Betrug und Hinterziehung von Sozialversicherungsbeiträgen. Weiterlesen

31 Mrz 2016

Neues Leitbild in der Zeitarbeit?

Keine Kommentare Politik, Verantwortung, Zukunft

RealitätZeitarbeit ist ein wichtiges Flexibilitätsinstrument für die Wirtschaft. Darüber gibt es wenig Diskussionen. Kritik kommt erst bei detaillierter Betrachtung der realen Arbeitsweise auf.

Seit der Einführung der Agenda 2010 ist das Leitbild der Zeitarbeit um ein arbeitsmarktpolitisches Element erweitert worden. Arbeitslose in Beschäftigung bringen war die Devise. Der Vorgang der schnellen Vermittlung über die Zeitarbeit war im Fokus. Dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt wurde außer Acht gelassen. Die arbeitsmarktpolitische Aufgabe der Branche wird bis heute als Beispiel für positives Image genutzt. Man weist darauf hin, dass 2/3 der eingestellten Bewerber aus der Arbeitslosigkeit kommen. Ist diese Aufgabe aus der Agenda 2010 nachhaltig erfüllt worden oder ist sind die Werbeaussagen der Branche eine Illusion? Ein Blick auf die Realität ist bei der Bewertung sehr hilfreich.

Seit Jahren zeigen offizielle Statistiken, dass ca. 50 % der begründeten Beschäftigtenverhältnisse in der Zeitarbeit weniger als 3 Monate dauern. In den letzten 10 Jahren waren das über 4 Millionen kurzfristige Beschäftigungen. Dass dies ausschließlich an den jeweiligen Beschäftigten liegen soll, dürfte Wunschdenken sein. Unternehmen stellen durchaus auch für kurzfristige Aufträge Mitarbeiter ein und entlassen diese wieder, wenn der Auftrag beendet ist. Das führt zu einem „Hire-und-Fire-Image“ der Branche. BA Chef Weise kritisiert seit 2013 diese, auf kurzfristigen Erfolg ausgerichtete Arbeitsweise, als „Fehlentwicklung“. Weiterlesen

18 Mrz 2016

Arbeitgeberbewertungen auf Internetportalen sind wenig hilfreich

Keine Kommentare Uncategorized

Bei einer Umfrage unter mehr als 3000 Bewerbern durch die E-Recruitingplattform Softgarden und des Personalmagazins Daten wurde klar: Für die Mehrheit sind Portale wie „kununu“, „Glassdoor“ und sonstige Portale und Rankings (z.B. TOP-Companies) bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber wenig von Bedeutung.

Vermutlich werden diese Plattformen überwiegend von sehr unzufriedenen bzw. sehr zufriedenen Personen genutzt werden. Diese Informationen spiegeln dementsprechend Extreme wider. Bei Rankingsystemen werden nicht einmal alle wichtigen Arbeitnehmergruppen befragt. Branchenspezifische Themen und Bewertungskriterien sind kaum zu finden.

Fazit der „Wirtschaftswoche“: Die Vertrauenswürdigkeit derartiger Informationen wird angezweifelt.

Finden sich branchenspezifische Themen in Umfragen detailliert wieder, und werden Befragung und Bewertung transparent dokumentiert, ist das Ergebnis einer Umfrage für Bewerber interessant. Bei einer Teilnahme von mindestens 20 % der Beschäftigten, kann von repräsentativen Ergebnissen sprechen.

Bei den Umfragen der I.Q.Z in der Zeitarbeit werden die externen Beschäftigten gebeten, ihre Meinung zu ihrem Arbeitgeber detailliert abzugeben. Eigene positive Werbeaussagen zum Employer Branding gibt es viele. Die Belastbarkeit solcher Aussagen wird jedoch erst durch eine neutrale Bewertung erreicht.

IQZ_Siegel-5Sterne-RZ

 

Informationen zur I.Q.Z. Umfrage BEST RATED COMPANIES 2016 finden Sie hier.

07 Mrz 2016

Unbedenklichkeitsbescheinigung dokumentiert korrekte Einhaltung von Tarifen und Gesetzen

Keine Kommentare Unternehmensmarke, wirtschaftlicher Erfolg, Zertifiziert

UBWem unternehmerische Verantwortung bescheinigt wird, der führt seinen Betrieb nach der Regel: „Gehe mit anderen Menschen stets so um, wie du in einer ähnlichen Situation selbst behandelt werden willst“. Neben diesem persönlichen Merkmal zählen für einen verantwortlichen Unternehmensleiter natürlich auch das Wertesystem unserer Gesellschaft. Das bedeutet die korrekte Beachtung der gesetzlichen und tariflichen Rahmenbedingungen.

Es geht nicht darum, die Zeitarbeit unter einen Generalverdacht zu stellen, jedoch angesichts der von den Aufsichtsbehörden bei über 8.000 Firmen festgestellten gesetzlichen und tariflichen Verstöße (77,8 % aller geprüften Firmen – siehe 12.AÜG Bericht) gilt es, den Ruf der Branche zu verbessern und durch transparente Dokumentation sein Unternehmen glaubwürdig von dieser großen Gruppe positiv abzuheben.

Auf der anderen Seite benötigen Kunden der Personaldienstleistung Compliance-Sicherheit. Kein Kunde möchte mit Firmen zusammenarbeiten, die einen materiellen oder immateriellen Schaden verursachen könnten.

Das Ergebnis eines umfassenden externen Compliance – Audits, dokumentiert in einer jährlichen Unbedenklichkeitsbescheinigung, schafft Zeitarbeitskunden die nötige Sicherheit. Daher achten vermehrt Kunden der Zeitarbeit auf die Vorlage einer solchen Bescheinigung.


						
			
26 Feb 2016

Ist die CSU-Blockade ein taktisches Manöver?

Keine Kommentare Politik

seehoferDie seit Dienstag bestehende Blockade der CSU  gegen den Referentenentwurf  zu Leiharbeit und Werkverträgen hat wohl auch prinzipielle bzw. taktische Gründe. Demnach ist Parteichef Horst Seehofer der Meinung, dass die Union der SPD schon zu viele Zugeständnisse gemacht habe. Dann gibt es noch Seehofers „Drohszenario“ zur Flüchtlingspolitik und  die Landtagswahlen am 13. März in Baden-Württemberg, Reinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt.

Die jetzt kurz vor der Ressortabstimmung vorgebrachten Bedenken hätten eigentlich schon nach dem Diskussionsentwurf aus dem November 2015 vorgebracht werden können. Der stark kritisierte „Novemberentwurf“ aus dem Hause Nahles ist über den Koalitionsvertrag deutlich hinausgegangen. Im zweiten Entwurf ist das korrigiert worden. Inhaltlich hat die CSU  mehrere strittige Punkte vorgebracht. Einer sei die Begrenzung des Streikverbots für Leiharbeiter.

Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften haben den aktuellen Entwurf als Kompromiss akzeptiert. Nach der CSU – Blockade sind die Gewerkschaften erbost.

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Karl Schiewerling, hat betont, dass die Union auch weiterhin daran interessiert sei, die Gesetzespläne zu Leiharbeit und Werkverträgen umzusetzen. „Wir haben im Koalitionsvertrag Vereinbarungen“, sagte er am Donnerstag dieser Zeitung. „Und wir sind gewillt, den Koalitionsvertrag einzuhalten. Ich gehe davon aus, dass es in absehbarer Zeit noch einmal Gespräche geben wird. Wir werden sehen, dass wir dann zu einem Ergebnis kommen.“

Es ist zu erwarten, dass es nach dem 13.03.2016 weiter geht.

 

22 Feb 2016

Tarifpartner sind für die Gestaltung der Arbeitsbedingungen zuständig und brauchen Planungssicherheit

Keine Kommentare Politik, Tarife

Joerg_HofmannAls einen „Minimalkompromiss der großen Koalition“ bezeichnet der IG Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann den Referentenentwurf zu Werkverträgen und Leiharbeit. Hofmann fordert, den Entwurf umgehend in das parlamentarische Verfahren einzubringen. „Wir begrüßen, dass mit diesem Entwurf unsere tariflichen Regelungen mit Anpassungen fortgeführt werden können. Über die notwendigen Anpassungen sind wir im Gespräch mit Gesamtmetall und den Tarifparteien der Leiharbeitsbranche. Unter der Voraussetzung, dass es keine wesentlichen Änderungen mehr im parlamentarischen Beratungsprozess geben wird, werden wir schnell zu einer Verständigung zwischen den Tarifvertragsparteien kommen können“ (Quelle: IG Metall).

Trotz einiger positiven Veränderungen im Referentenentwurf sind folgende Nachbesserungen nötig:

  1. Einführung einer Übergangsfrist für die Einführung der Gleichstellung in der Bezahlung. Während für die Dauer der maximalen Einsatzzeit die Zählweise ab dem 01.01.2017 beginnt, ist bei der Gleichstellung keine Übergangszeit vorgesehen. Die  Zählweise sollte ab dem 01.01.2017 beginnen.
  2. Tariföffnung für die Tarifpartner der Zeitarbeit in Bezug auf die Einsatzlänge und Unterbrechungszeiten einführen, da es keine Tarifparteien erster und zweiter Klasse gibt.
  3. Wer die Tarifautonomie achtet, der sollte bestehende tarifliche Regelungen zur Einsatzlänge belassen und nicht verbieten.

 

19 Feb 2016

Neuer Entwurf zur „Novellierung der Zeitarbeit“ – nur wenige Änderungen

Keine Kommentare Politik

Im Vergleich zum „Novemberentwurf“ gibt es nur wenige Änderungen. Die Grundsätze „nach 9 Monaten Gleichstellung “ und „Einsatzende nach 18 Monaten“ bleiben bestehen.

Geändert hat sich etwas wenn Branchenzuschläge (BZ-Tarife) im Spiel sind. Im 1. Diskussionsentwurf wollte man nicht in Kollision mit den Verbands- BZ Tarifen kommen, die eine Regelung bis zum 10. Einsatzmonat enthalten. Deshalb wurde die Gleichstellung ab dem 12. Monat dort festgelegt. Damit ist man jedoch mit dem TQZ-Zeitarbeitstarifvertrag tarifplus+ kollidiert, der Branchenzuschläge bis zum 12. Einsatzmonat regelt. Somit ist jetzt die Gleichstellung auf 16 Monate verschoben  und den Forderungen der TQZ entsprochen worden.

Weiterhin wurde klargestellt, dass die Definition der Gleichstellung (Equal Pay) den Tarifpartnern der Zeitarbeit überlassen bleibt. Somit wird das in den anstehenden Tarifverhandlungen Ende des Jahres 2016 geregelt.

Die maximale Überlassungszeit bleibt für tarifgebundene Entleiher bei 18 Monaten mit der ausschließlichen Tariföffnung für tarifgebundene Entleihbetriebe. Die Tarifpartner der Zeitarbeit sind also Tarifpartner 2. Klasse. Nicht tarifgebundene Entleiher werden dagegen begünstigt. Sie dürfen die 18 Monate auf 24 Monate ausdehnen. Das heißt faktisch, dass bei diesen Entleihern die max. Überlassungsdauer generell 24 Monate ist.

Es wird behauptet, dass der Referentenentwurf bestehende Tarifregelungen übernommen hätte, doch die seit dem 01.04.2016 bestehende tarifliche Regelung zwischen der Tarifgemeinschaft TQZ und der IG Metall  im tarifplus+ Tarifvertrag soll mit dem Gesetz außer Kraft gesetzt werden. Da hier durch die Missbrauch-kontrolle der Tarifpartner kein besonderes Schutzbedürfnis besteht, wäre das ein realer und massiver Eingriff in die verfassungsrechtlich garantierte Tarifautonomie! Das müsste dann vom Verfassungsgericht geklärt werden.

Problematisch sind auch die nicht vorhandenen Übergangsfristen bei der Gleichstellungsregelung. Während bei der maximalen Einsatzzeit die Zählweise ab dem 01.01.2017 beginnen soll, gibt es bei der Gleichstellung keine Übergangsfristen. Die Unternehmen der Zeitarbeit müssen in der Regel im September eines Jahres ihren Kunden Preise für das kommende Jahr abgeben. Da voraussichtlich die Tarifverhandlungen zur Definition der Gleichstellung im September 2016 noch nicht erledigt sind, dürfte die Kalkulation schwierig sein. Hier wäre eine Karenzzeit von 9 Monaten hilfreich.

16 Feb 2016

Zweite unabhängige Umfrage unter extern Beschäftigten der Zeitarbeit

Keine Kommentare Beratung, Unternehmensmarke, Untersuchung, Verantwortung

IQZ_Siegel-5Sterne-RZAb April 2016 startet das diesjährige Umfrageprojekt

BEST RATED COMPANIES 2016 – Extern Beschäftigte der Zeitarbeit bewerten ihren Arbeitgeber.

In dieser Umfrage geht es darum, den positiven Ruf eines Unternehmens durch eine signifikante Anzahl der extern Beschäftigten (min. 20%) bewerten bzw. bestätigen zu lassen. Positive Werbeaussagen über ein Unternehmen  gibt es viele, die Belastbarkeit einer Unternehmensmarke wird jedoch erst durch Testimonials (neutrale Bewertung) erreicht.

Wer zum Beispiel dem Bewerbermangel nachhaltig begegnen will, sollte vermeiden, ein Arbeitgeberbild in seinen Anzeigen und Aussagen aufzubauen, welches zwar auf den ersten Blick (vermeintlich) sexy ist, aber auf den zweiten Blick einer kritischen Prüfung nicht standhält. Das Bild des Unternehmens muss glaubwürdig sein und sollte transparent dokumentiert werden.

Eine signifikante positive Beurteilung durch die externen Mitarbeiter/innen ist die preiswerteste und erfolgreichste  Empfehlungsinstanz für Bewerber. Sie ist für zukünftige  Mitarbeiter glaubwürdig.

Jeder Personaldienstleister in Deutschland, der überwiegend Zeitarbeit betreibt, kann an diesem Projekt teilnehmen. Dafür ist es notwendig sich bei der I.Q.Z anzumelden. Bei der Anmeldung ist die Anzahl der extern beschäftigten Mitarbeiter/innen anzugeben, da die Auswertung des Projekts in verschieden Betriebsgrößen durchgeführt wird. Die Betriebsgrößen sind:

BG 1: < 50 externe Beschäftigte

BG 2: 51 – 150 externe Beschäftigte

BG 3: 151 – 500 externe Beschäftigte

BG 4: > 501 externe Beschäftigte

Anmeldung mit den relevanten Daten (wichtig die externe Mitarbeiterzahl benennen) an

brc-projekt@iq-z.de

Die für die Auswertung des Projekts wird eine nach Betriebsgrößen gestaffelte Teilnahmegebühr erhoben:

BG 1 = 300,00 €, BG 2 = 400,00 €, BG 3 = 500,00 €, BG 4 = 700,00 €

Auf die jeweilige Teilnahmegebühr ist die gesetzlich gültige MWST zu entrichten.

Die weiteren Informationen zum Projekt können Sie hier herunterladen.