16 Jun 2017

Ist die Kritik am AÜG von Branchenvertretern realitätsfern?

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Keine Branche musste sich in den vergangenen Jahren auf so viele gesetzliche Änderungen einstellen wie die Zeitarbeit. Trotz mancher Befürchtung hat das den Geschäften keinen Abbruch getan. Im vergangenen Jahr stieg der Branchenumsatz um 6 Prozent auf rund 32,2 Milliarden Euro, die Zahl der Zeitarbeitnehmer legte um 4,6 Prozent zu. Für 2017 wird ebenfalls ein Umsatzplus von rund 6 Prozent erwartet.

Doch durch das zum 1. April 2017 in Kraft getretene neue AÜG fürchtet die Branche negative Folgen für die Geschäftsentwicklung. Demnach wird für 2018 mit einem Umsatzrückgang von fast 6 Prozent gerechnet. Dadurch könnten gut 57000 der derzeit rund 1 Million Arbeitsplätze bedroht sein. Das geht aus einer Studie des Marktforschungsinstituts Lünendonk hervor, die die 25 größten Zeitarbeitsunternehmen befragte.

Verantwortlich sei dafür die gesetzliche Verdienstgleichstellung (Equal Pay) nach 9 Monaten. Demnach müssen Leiharbeiter nach neun Monaten Einsatzzeit den gleichen Verdienst erhalten wie vergleichbare Stammarbeiter im Einsatzbetrieb. Damit will der Gesetzgeber verhindern, dass ein Zeitarbeitnehmer für die gleiche Arbeitsleistung dauerhaft weniger verdient als der vergleichbare Mitarbeiter des Kundenbetriebs.

Kritik an der nicht vorhandenen Equal Pay Definition geht fehl

Hier wird von einigen Branchenvertretern behauptet, dass eine klare Definition im Gesetz fehlte. Dies ist jedoch nicht richtig. Das Gesetz bezieht sich auf diverse Urteile des Bundesarbeitsgerichts. Schon in 2013/14 wurde in diversen Urteilen definiert, welche Verdienstbestandteile des vergleichbaren Stammarbeitnehmers dazugehören. Es wird vermutet, dass Kundenbetriebe Zeitarbeit nach 9 Monaten zu teuer wird und daher Abmeldungen kurz vor Ende der 9 Monate erfolgen werden. Weiterlesen

07 Jun 2017

Erläuterung zum neuen Branchenzuschlagstarif M+E – Industrie

Keine Kommentare Beratung, Tarife

 

Im neuen AÜG gilt grundsätzlich die gesetzliche Gleichstellung mit einem vergleichbaren Stammbeschäftigten. Diese soll nach 9 Einsatzmonaten erreicht werden, wenn in einer Branche kein Branchenzuschlagstarif vereinbart wurde. Sie enthält alle Entgeltbestandteile, die mit dem Arbeitsverhältnis zusammenhängen. Dazu zählen beispielsweise auch der Urlaub, Prämien, Weihnachtsgeld, VWL, Sachleistungen etc., die ein vergleichbarer Stammbeschäftigter aus dem Kundenbetrieb bekommt. Der Gesetzgeber gibt den Tarifparteien der Zeitarbeit eine Gestaltungsmöglichkeit (Öffnungsklausel), wenn in einer Branche durch Branchenzuschlagstarife eine stufenweise Heranführung an den Verdienst vergleichbarer Stammarbeitnehmer erfolgt.

Der Gestaltungsspielraum beinhaltet,

1. dass der Zeitpunkt zur Gleichstellung um maximal 6 Monaten verschoben wird und die im Gesetz vorgesehene Gleichstellung erst ab dem 16. Einsatzmonat einzuhalten ist.

2. Als Alternative zur gesetzlichen Gleichstellung können die Tarifpartner der Zeitarbeit mit Zustimmung der Tarifpartner der Kundenbetriebe einen Wert festlegen, den sie als Gleichstellung verstehen. Damit wird ein Wahlrecht für die Kundenbetriebe geschaffen.

In der M+E Industrie hat sich nach der Tarifgemeinschaft TQZ (tarifplus+) auch die Tarifgemeinschaft der Zeitarbeitsverbände mit der IG Metall auf eine Fortführung des Branchenzuschlagstarifs geeinigt. Die alten Zuschlagsstufen mit möglicher Deckelung (abzüglich 10 %) – nur durch den Kunden veranlasst – bleiben bestehen. Aber es gibt eine Einschränkung. Die Deckelung darf nicht dazu führen, dass nach 6 Wochen kein Zuschlag gezahlt wird.

Wer rechtssicher arbeiten will, der sollte nicht dem falschen Hinweisen folgen (wenige Cent würden reichen), sondern nach 6 Wochen den ersten Branchenzuschlag gemäß den Regelungen des Tarifvertrags zahlen.

Für die Branche wird ein weiterer Branchenzuschlag in Höhe von 65 % auf den jeweiligen Zeitarbeitstariflohn (des Verbandes) ab dem 16. Einsatzmonat definiert. Dieser Zuschlag darf nicht mehr durch einen Abschlag (Deckelung) vermindert werden. 

Der Einsatz ist nicht mehr auf den Betrieb des Kunde bezogen sondern auf den Kunden als Unternehmen (GmbH, AG, etc.) bezogen. Außerdem ist die Ausdehnung auf Hilfs- und Nebenbetriebe (Kontraktlogistik) ohne Inhaberidentität zu beachten. Die Fristenregelungen sind denen des AÜGs angepasst.

Grundsätzlich gilt auch ab dem 16. Einsatzmonat die gesetzliche Gleichstellung. Mit der Einführung einer tariflichen Prozentlösung (65 % auf den Zeitarbeitslohn) wurde  den Kundenbetrieben ein Wahlrecht gegeben. Er alleine entscheidet, ob die gesetzliche Gleichstellung oder die tarifliche Prozentlösung zur Anwendung kommt. Wählt der Kunde die gesetzliche Gleichstellung, muss er Auskunft über das komplette Vergleichsentgelt geben. Wird keine Auskunft gegeben, dann ist die Anwendung der Prozentlösung zwingend.

Hier hat die I.Q.Z ein Modul entwickelt, dass die Entscheidungsfindung, welche Version günstiger ist, erleichtert.

Im neuen Branchenzuschlagstarif der Metall- und Elektroindustrie wurde bei der Tarifgemeinschaft der Verbände festgelegt, dass Einsatzzeiten vor dem 01.04.2017 für die Erreichung der 15 Monate mitgezählt werden. Dies sind Einsätze ab dem 01.10.2016. Somit wird die Frist der 15 Monate schon ab dem 01.01.2018 erreicht.

Als Stichtag für den neuen BZ M+E wurde rückwirkend der 01.04.2017 festgelegt. Hier ist es wichtig, den Status der M+E – Kundenbetriebe ab dem 01.04.2017 festzustellen und eventuelle Anpassungen vorzunehmen. Achten Sie besonders auf die Firmen der Kontraktlogistik im M+E Bereich. Sie fallen auch unter den TV BZ M+E wie das BAG Ende Februar 2017 festgestellt hat (BAG 5 AZR 552/14). Wir berichteten in der März-Ausgabe darüber.

02 Jun 2017

Tarifabschluss zum „Equal Pay“ in der Metall- und Elektroindustrie

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Zur Bewertung des zwischen der Tarifgemeinschaft der Zeitarbeitsverbände und der IG Metall neu getätigten Tarifabschluss (Branchenzuschläge Metall- und Elektroindustrie) zur Gleichstellung der Zeitarbeitnehmer ab dem 16. Einsatzmonat führte die Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH, ein Unternehmen der Landesregierung NRW, ein Expertengespräch mit Norbert Fuhrmann, bestellter Sachverständiger und Tarifexperte für Personaldienstleistung.

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14 Mai 2017

Branchenzuschlagstarifabschluss M+E des TarifPlus von BAP und iGZ übernommen!

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Im Februar 2017 wurde der erste neue Branchenzuschlagstarif (BZT) dem neuen AÜG angepasst. Mit dem Abschluss eines neuen BZT für die Metall- und Elektroindustrie setzten die Tarifgemeinschaft TarifPlus und die IG Metall neue Standards für die Zeitarbeit. Der Gleichstellungswert nach 15 Überlassungsmonaten wurde erstmals in einer Branche von Tarifparteien definiert. Er beträgt 65% der jeweiligen Tarifstufe.

Nach 3 Monaten haben nun auch die Verbände BAP und iGZ diese Vereinbarung in ihre Tarifverträge übernommen.

19 Apr 2017

Einigung beim TV LeiZ bekannt gegeben

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Obwohl der Tarifvertrag zur Leih- und Zeitarbeit (TV LeiZ) zwischen den Metallarbeitgebern und der IG Metall schon lange ausgehandelt war, wurde erst jetzt die Einigung offiziell verkündet.

Der neue TV LeiZ (liegt uns vor) regelt die Einsatzbedingungen von Zeitarbeitnehmern in tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie. Kernpunkt ist dabei die Nutzung der gesetzlichen Öffnungsklausel zur maximalen Überlassungszeit. Der TV LeiZ verlängert grundsätzlich für tarifgebundene M+E-Unternehmen die maximale Überlassungszeit von 18 auf 24 Monate. Liegen darüberhinaus Sachgründe für eine weitere Verlängerung vor und hat das Metall- und Elektrounternehmen einen Betriebsrat, ist durch Betriebsvereinbarung eine Verlängerung der Einsatzzeit bis zu 48 Monate möglich. Ohne Betriebsrat ist die Überlassungszeit auf 24 Monate beschränkt. Nach dem Tarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie dürften die Betriebe ihre Leiharbeiter zwar 6 Monate länger beschäftigen – dann aber seien sie verpflichtet, eine unbefristete Übernahme anzubieten.

Im TV LeiZ ist auch ein Arbeitsplatzbezug vorhanden: “Zeitarbeitnehmer sollen nach Auffassung der Tarifparteien grundsätzlich nicht regelmäßig auf Arbeitsplätzen eingesetzt werden, die im Betrieb auf Dauer angelegt sind“.  Unternehmen der M+E-Industrie  ohne Betriebsrat können die  Einsatzzeit von 18 Monaten auf maximal 24 Monate verlängern.

12 Apr 2017

Wie durch Tarifverträge Weichen für die Zukunft gestellt werden

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tarifplus+ made for future

zukunftsforum

Die wichtigen Themen der Zukunft in der Personaldienstleistung sind die Begleitung fortschreitender Digitalisierung (Stichwort Industrie 4.0), Beiträge zur Aus- und Weiterbildung zu leisten, Antworten auf den Bewerbermangel zu finden und die Attraktivität seines  Zeitarbeitunternehmen zu verbessern. Hierzu hat der Zeitarbeitstarifvertrag tarifplus+  mit den letzten beiden Abschlüssen (2015 und 2017) die Weichen gestellt.

Die Unterstützung der Digitalisierung bedeutet für die Zeitarbeit, äußerst flexibel und intensiv mit Kundenbetrieben zu kooperieren. Gemeinsame Weiterbildung und flexible längere Einsatzzeiten müssen möglich seit. Nur so können sich strategische Partnerschaften entwickeln.

Mit der im tarifplus+ seit 2015 bestehenden tariflichen Regelung zur maximalen Einsatzzeit (bis 48 Monate) und anderen Flexibilisierungen ist der passende Rahmen für die Zukunft der Digitalisierung schon geschaffen.

Wir sind der Meinung, dass bei der Ausbildung schon angesetzt werden muss. Deshalb haben wir nicht nur eine tarifliche Regelung für die interne Ausbildung geschaffen, sondern auch im Tarifvertrag den Grundstein für Kombiausbildungen (Zeitarbeitsunternehmen / Kundenbetrieb) gelegt.

Durch die attraktive Lohngestaltung und die Ost-West-Gleichstellung liegen die Verdienste höher als bei den vorhandenen Verbandstarifen. Anwender des tarifplus+ sind in Bezug auf regelkonforme Anwendung von Tarifen und Gesetzen neutral auditiert. Das schafft bei Kunden und Bewerbern Vertrauen, dass es sich um seriöse Zeitarbeitsfirmen handelt.

tarifplus+   –  Wir gestalten Zukunft!

10 Apr 2017

Zeitarbeitsverbände sorgen dafür, dass der TV-LeiZ nicht in Kraft tritt

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Die Erklärungsfrist beim TV-LeiZ ist nun wieder um einen weiteren Monat, bis zum 30.04.2017, verlängert worden. Das überrascht viele in der Branche. Die Erklärung ist ganz einfach: Der M+E Branchenzuschlags-TV – verhandelt von BAP und iGZ mit der IG Metall – und der TV LeiZ  – verhandelt zwischen den M+E Arbeitgebern und der IG Metall – werden als Paket behandelt. Gibt es bei einem der beiden Tarifverträge kein Anpassungs-ergebnis, so laufen beide Tarifverträge ohne Nachwirkung dieses Jahr aus.

Die M+E Arbeitgebern und der IG Metall sind sich in Bezug auf die zu verändernden Punkte beim TV LeiZ  im Rahmen des neuen AÜGs längst einig. Nur die Zeitarbeitsverbände BAP und iGZ kommen bisher zu keinem Ergebnis.

Der Ball liegt  also im Tarif-Feld der Verbände. Wenn dieser verspielt wird, dann gibt es für beide auslaufenden Verträge keine Nachwirkung und für die Anwender der Verbandstarife nach 9 Monaten gesetzliches Equal Treatment im M+E Bereich.

Dagegen hat die Tarifgemeinschaft Zeitarbeit TQZ in ihrem tarifplus+ schon im Januar einen veränderten Branchenzuschlag M+E mit der IG Metall abgeschlossen. Auch durch die seit Anfang 2015 bestehende Tarifregelungen zu maximalen Einsatzzeit sind die TQZ-Mitgliedsfirmen bestens aufgestellt.

27 Mrz 2017

10 Jahre I.Q.Z – 10 Jahre Güteauszeichnung für regelkonform arbeitende Zeitarbeits-unternehmen

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controllingSeit einer Dekade zeichnet die Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit als einzige Institution in der Branche regelkonform arbeitende Personaldienstleister mit dem Qualitätssiegel faire Zeitarbeit aus. Wer nachweislich fair mit internen und externen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen umgeht und gesetzliche und tarifliche Bedingungen einhält, wird als „ehrbarer Kaufmann“ der Personaldienstleistung ausgezeichnet.

Die Grundlage für eine solche Auszeichnung ist ein umfangreiches externes Audit auf Compiance- und CSR-Basis. Nach einer Eigenüberprüfung anhand des I.Q.Z – Prüfbogens kann sich das Unternehmen freiwillig einem externen Audit stellen. Fällt die Prüfung positiv aus , wird das Qualitätssiegel faire Zeitarbeit verliehen.

Die letzten 10 Jahre haben gezeigt, dass viele Unternehmen zwar den Prüfkatalog zur Eigenprüfung angefordert, aber sich keinem externen Audit gestellt haben.

Inzwischen sind die gesetzlichen und tariflichen Reglungen komplizierter und die BA-Prüfungen immer schärfer geworden. Deshalb bietet die I.Q.Z Personaldienstleistern externes Controlling zur sicheren Vorbereitung auf die BA-Prüfung an. Betriebe sollten dort keine „böse Überraschung“ erleben.

23 Mrz 2017

Umfrage unter Entleibetrieben zum neuen AÜG

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Bei einer Online-Umfrage hat das Hamburger Beratungsunternehmen Company-Partners (CMP) 1.000 Entleiher mit mehr als 56.000 Leiharbeitnehmern zur Einschätzung und den möglichen Konsequenzen von Equal Pay nach 9 Monaten und der Einsatzbeschränkung auf 18 Monaten befragt. Unternehmen, die in Branchen mit Branchenzuschlagstarifen einzuordnen sind, wurden nicht in die Umfrage einbezogen.

Veränderungen-page-001 Nur knapp 13 Prozent der befragten Unternehmen, die Zeitarbeit einsetzen, sind bereit, den Zeitarbeitnehmern Equal Pay – die 100% Gleichstellung mit den Stammbeschäftigten – zu zahlen. Als Alternative wollen sie vielmehr die Einsatzzeiten verkürzen oder auch durch Rotationspools die Zahlung der Gleichstellung  vermeiden. Außerdem will man neue „Einstiegslohngruppen“ schaffen, um weiter kostengünstig zu produzieren.

Nach einer Einsatzzeit von 18 Monaten werden, laut Umfrage, nur in wenigen Fällen Übernahmen stattfinden. Es besteht bei den befragten Unternehmen wenig Interesse, die Stammbeschäftigung aufzubauen. Vielmehr sollen mehr befristete Beschäftigungsverhältnisse bei Entleihbetrieben entstehen und Zeitarbeit abgebaut werden.

Einige Unternehmen wollen verstärkt auf Werk- und Dienstverträge „umsteigen“, obwohl auch dort durch die neue Gesetzgebung die Risiken sich vergrößert haben.

Bei den Kundenbetrieben, die in  Branchen mit Branchenzuschlägen tätig sind, ist die Problematik der Gleichstellung geringer, da dort Equal Pay von den Tarifpartnern auf eine einfache Weise definiert wird.

Quelle: http://ow.ly/LVcl30abhL3

26 Feb 2017

Bochumer Unternehmen hat jahrelang keine Branchenzuschläge bezahlt

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BAG-Urteil stellt jetzt klar: Wenn eine Überlassung in die tariflich definierten Branchen der M+E Industrie erfolgt, dann müssen die Zeitarbeitsfirmen auch nach dem einschlägigen Tarifvertrag Branchenzuschläge zahlen. Die korrekte Zuordnung zu einer Branche hat durch die Zeitarbeitsfirma zu erfolgen, „eigene Zuordnungen“ der Kundenbetriebe sind dabei unerheblich.

Der Fall:

Mehr als 60 Zeitarbeiter, die für Ford im Industriepark Köln Motorenteile zusammen-schraubten und ins Ford-Werk lieferten, wurden von ihrer Zeitarbeitsfirma die tariflichen Branchenzuschläge (bis zu 50 % Zuschlag auf den Zeitarbeitsstundenlohn) nicht bezahlt. Mit dieser Form des Lohndumping wurden nicht nur die Mitarbeiter um den ihnen zustehenden Verdienst gebracht, sondern auch den Sozialkassen erhebliche Beiträge vorenthalten. Mit dieser Strategie konnten Arbeitskräfte zu Dumpingpreisen Kundenbetrieben überlassen werden.

Beklagt war die Bochumer Firma „Wico“ 

Das iGZ-Verbandsmitglied hatte die einschlägigen Branchenzuschlagstarife für Zeitarbeitsfirmen in den Einsätzen ihrer Beschäftigten  im Ford-Industriepark nicht angewandt. Begründung: die Arbeiten der Zeitarbeitnehmer hätten dort nichts mit der M+E Industrie zu tun. Eine solche obskure Begründung ist nicht nachzuvollziehen! Grade bei Automobil- und Zulieferindustrie ist die Zuordnung zur M+E Branche eindeutig. In Branchenzuschlagstarifvertrag M+E werden diese Industriezweige expliziert aufgeführt. Wurden hier etwa bewußtes Dumping betrieben?

Die Leihfirma muss nun ihren Kölner Arbeitskräften jeweils hohe fünfstellige Summen (bis zu 30.000,00 €) nachzahlen.

Die IG-Metall sieht das Urteil als Präzedenzfall und meint dass jetzt eine Klagelawine losgetreten wird. Einige Zeitarbeitsfirmen scheinen wohl verpflichtende Branchenzuschläge nicht gezahlt zu haben.

Quelle: http://www.express.de/25786610