Archiv: Tarife

07 Nov 2017

Die Gleichstellungswerte ab dem 16. Einsatzmonat in den BZ-Tarifen der Verbände

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Im AÜG ist geregelt, dass die Verbandstarife auch ohne Verbandsmitgliedschaft von Zeitarbeitsfirmen in Bezug genommen werden können. Dazu ist es notwendig, dass auch die Informationen frei zugänglich sind und nicht als „closed shop“ nur für Verbandsmitglieder zur Verfügung stehen. Manchmal wird der Zugang zu diesen Informationen – wie auch andere Anwendungsinformationen zum neuen AÜG – als „Verbandsmehrwert“ verkauft, wohl wissend, dass praxisbezogene   Infos auch anderweitig zu beziehen sind.

Wir  bieten  eine Zusammenfassung der Gleichstellungswerte der einzelnen Branchen (ab dem 16. Einsatzmonat) und einen Zugang zu den neuen Texten der iGZ /BAP Branchenzuschlagstarife in unserer Infothek:

http://www.iq-z.de/?page_id=2945

Registrieren und informieren Sie sich kostenlos und ohne Mitgliedschaft!

23 Okt 2017

Kompakter, praxisorientierter Leitfaden zum neuen AÜG

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46 erfolgreiche Seminare und Workshops hat die I.Q.Z zu den gesetzlichen Neuregelungen des AÜGs sowie den Tarifanpassungen bei den Branchenzuschlagstarifen veranstaltet. Die essentielle Zusammenfassung können Sie in der Infothek unserer Homepage finden (Praxisinfo 1). Registrieren Sie sich für die Infothek und sichern sich somit den Zugang zu aktuellen Informationen.

10 Okt 2017

Übersicht der Gleichstellung bei Branchenzuschlägen VGZ und TQZ

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Branchenzuschläge verlängern die Einsatzzeiten und vereinfachen die Handhabung erheblich. Die Tarifgemeinschaft der Verbände BAP/iGZ mit dem Verhandlungsführer Thomas Bäumer und die  Tarifgemeinschaft TQZ mit dem Verhandlungsführer Norbert Fuhrmann haben die abgeschlossenen Branchenzuschlagstarife dem neuen AÜG angepasst.

Übersicht wann die ersten Gleichstellungstermine erreicht werden.

BZ Tarif für Branche BAP / iGZ ab tarifplus+ ab
M + E – Industrie 1. Januar 2018 1. April 2018
Holz + Kunststoffindustrie 1. Januar 2018 1. Juli 2018
Textil + Bekleidungsindustrie 1. Januar 2018 1. Juli 2018
Chemische Industrie 1. Juli 2018 1. Juli 2018
Kunststoffverarbeitungsindustrie 1. Juli 2018 1. Juli 2018
Kautschukindustrie 1. Juli 2018 1. Juli 2018
Kali und Salz 1. Juli 2018 1. Juli 2018
Papiererzeugung 1. Juli 2018 1. Januar 2018
Papierverarbeitung 1. Januar 2018 1. Januar 2018
Druckindustrie 1. Januar 2018 1. Januar 2018
KFZ-Handwerk Kein Tarifvertrag 1. Juli 2018
Metallbau-Handwerk Kein Tarifvertrag 1. Juli 2018
Gas / Wasser / Heizung Kein Tarifvertrag 1. Juli 2018
Tischlereien Kein Tarifvertrag 1. Juli 2018
Elektrohandwerk Kein Tarifvertrag 1. Juli 2018
Stahlnahe Dienstleistungen Kein Tarifvertrag 1. Juli 2018
04 Okt 2017

Tarifverhandlungen unter Zeitdruck sind selten erfolgreich

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Auf den „letzten Drücker“ – kurz vor dem Auslaufen der Verträge – hat die Tarifgemeinschaft VGZ der Verbände BAP/iGZ noch Anpassung der Tarife an das neue AÜG erreicht.  Es war fast ein Jahr Zeit, um die Tarife über Branchenzuschläge (BZ) an das neue AÜG anzupassen.  Erfahrungsgemäß sind Verhandlungen unter Zeitdruck selten erfolgreich. Das zeigen einige erzielte Ergebnisse: 

Bei den BZ-Verträgen (z.B. M+E, Holz-Kunststoff, Textil und Bekleidung) wurde auf Druck der IG Metall die erstmalige Gleichstellung (ab 16. Einsatzmonat) auf den 01.01.2018 vorverlegt. Die Verhandler der Tarifgemeinschaft TQZ (tarifplus+)  agierten professionell und  ohne Zeitdruck. Ihr Ergebnis: Bei den BZ-Tarifen in der Holz/Kunststoff- und Textil- und Bekleidungs-industrie wurde die erstmalige Gleichstellung zum 01.07.2018 und in der M+E Industrie zum  01.04.2018 mit der IG Metall tariflich vereinbart.

 

28 Sep 2017

Stichtag 01.10.2017 in der Zeitarbeit

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Am 30.09.2017 laufen alle Branchenzuschlagstarife der Verbände BAP und iGZ ohne Nachwirkung aus, wenn die zuständigen Tarifpartner noch keinen wirksamen Abschluss in Bezug Anpassung an das neue AÜG erzielt haben. Hintergrund sind die in der Vergangenheit getroffenen deckungsgleichen Vereinbarungen in den jeweiligen Tarifverträgen.

Zitat: „Ändern sich wesentliche gesetzliche Rahmenbedingungen der Zeitarbeit (insbesondere Regelungen zur Vergütung), nehmen die Tarifvertragsparteien unverzüglich Verhandlungen mit dem Ziel auf, eine mögliche Fortführung unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Änderungen zu prüfen und zu vereinbaren. Führen diese 6 Monate nach In-Kraft-Treten der gesetzlichen Änderungen nicht zu einer entsprechenden Regelung tritt dieser Tarifvertrag mit Ablauf der sechs Monate ohne Nachwirkung außer Kraft.

Da das neue AÜG am 01.04.2017 in Kraft getreten war, endet die 6 Monatsfrist am 30.09.2017. Ab dem 01.10.2017 gibt es in den Fällen ohne Anpassung an das neue AÜG keine wirksamen BZ-Tarife mehr.

Zwei Branchenzuschlagstarife (M+E und Chemie) der Verbände sind Stand Anfang September  – an das neue AÜG angepasst – in Kraft getreten, einer (Holz-Kunststoff) ist in der Schwebe, da ein Teil der Gewerkschaft dem Verhandlungsergebnis widersprochen hat.

Seit September 2016 war bekannt, dass das neue AÜG zum 01.04.2017 in Kraft tritt. Für die Anpassung der 12 BZ- Tarifverträge gab es den Zeitraum von 12 Monate, um den Zeitarbeitsfirmen rechts- und zukunftssicher die Rahmenbedingungen an die Hand zu geben. Kurz vor Ende der Frist wurden nun bei den Verbänden 8 weitere Tarifverträge abgeschlossen. Somit wurden 10 von 11 bestehenden dem neuen AÜG angepaßt.

Da für die Tarifgemeinschaft TQZ  Branchenzuschläge die Regelungen des neuen AÜGs  vereinfachen, wurden im Frühjahr 2017 6 weitere BZ-Tarifverträge abgeschlossen. Inzwischen wurden in 16 von 17 Branchen Zuschlagstarifverträgen im Tarifwerk tarifplus+  an das neue AÜG wirksam angepasst. Das bedeutet Planungssicherheit für die Anwender. 

07 Aug 2017

Tarif vor Gesetz – Über den Vorteil von Branchenzuschlagstarifen gegenüber der gesetzlichen Regelungen

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Es ist bekannt,
dass tarifliche Regelungen der Branchen-wirklichkeit eher gerecht werden als allgemeine gesetzliche Regelungen. Deshalb ist der Leitsatz „Tarif vor Gesetz“ grundsätzlich richtig – wenn er auch umgesetzt wird.

Die neuen AÜG-Regeln zur Gleichstellung und maximalen Überlassungszeit wurden im Koalitionsvertrag vom Dezember 2013 definitiv angekündigt und sind 2016 mit Wirkung vom 01.04.2017 umgesetzt worden. Für die Verbände gab es zwei Möglichkeiten, entweder über Lobbyarbeit das Gesetz der Branchenwirklichkeit anzupassen (war erfolglos) oder den obigen Leitsatz in den letzten 3 Jahren umzusetzen, um diese massiven Eingriffe in die Geschäftsabläufe abzumildern.

In Bezug auf die maximale Überlassungszeit hat die Tarifgemeinschaft TQZ im Gegensatz zur VGZ (BAP/iGZ) frühzeitig reagiert und seit Anfang 2015 eine tarifliche Regelung zur maximalen Überlassungszeit in ihrem Tarifvertrag tarifplus+ vereinbart. Bei vorliegenden Sachgründen kann die Überlassungszeit bis zu 48 Monaten verlängert werden. Ab dem 01.04.2017 ist es durch das AÜG der Tarifgemeinschaft VGZ verwehrt, solche tariflichen Vereinbarungen abzuschließen.

Beim Thema Gleichstellung nach 9 Monaten (Equal Treatment beim Arbeitseinkommen) hat der Gesetzgeber eine Öffnungsklausel im neuen AÜG eingebaut, die den Tarifpartnern die Möglichkeit einräumt, den Zeitraum auf 15 Monate zu verlängern und eigenständig zu definieren, was sie unter Gleichstellung verstehen.

Wer den Leitsatz „Tarif vor Gesetz“ als Maxime einer erfolgreichen Tarifpolitik ernst nimmt, der regelt nicht nur die Gleichstellungswerte in den vorhandenen 12 Branchenzuschlagstarifverträgen, sondern verhandelt Zuschlagstarifverträge für weitere Branchen. Damit werden die Anwender von Tarifverträgen entlastet und das Gesetz entschärft.

Die Tarifgemeinschaft TQZ hat auch hier gehandelt und inzwischen 6 weitere Branchenzuschlagstarife mit tariflichen Gleichstellungsregeln abgeschlossen. Bei langfristigen Projekten mit Fachkräften werden im Vergleich zur gesetzlichen Gleichstellung kundenseitig (im Verlauf von 18 Monaten) bis zu 19.000,00 € gespart.

Der Tarifvertrag tarifplus+ besteht seit 2011 und ist eine praxisbezogene Weiterentwicklung des iGZ-Tarifvertrags.

 

07 Jun 2017

Erläuterung zum neuen Branchenzuschlagstarif M+E – Industrie

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Im neuen AÜG gilt grundsätzlich die gesetzliche Gleichstellung mit einem vergleichbaren Stammbeschäftigten. Diese soll nach 9 Einsatzmonaten erreicht werden, wenn in einer Branche kein Branchenzuschlagstarif vereinbart wurde. Sie enthält alle Entgeltbestandteile, die mit dem Arbeitsverhältnis zusammenhängen. Dazu zählen beispielsweise auch der Urlaub, Prämien, Weihnachtsgeld, VWL, Sachleistungen etc., die ein vergleichbarer Stammbeschäftigter aus dem Kundenbetrieb bekommt. Der Gesetzgeber gibt den Tarifparteien der Zeitarbeit eine Gestaltungsmöglichkeit (Öffnungsklausel), wenn in einer Branche durch Branchenzuschlagstarife eine stufenweise Heranführung an den Verdienst vergleichbarer Stammarbeitnehmer erfolgt.

Der Gestaltungsspielraum beinhaltet,

1. dass der Zeitpunkt zur Gleichstellung um maximal 6 Monaten verschoben wird und die im Gesetz vorgesehene Gleichstellung erst ab dem 16. Einsatzmonat einzuhalten ist.

2. Als Alternative zur gesetzlichen Gleichstellung können die Tarifpartner der Zeitarbeit mit Zustimmung der Tarifpartner der Kundenbetriebe einen Wert festlegen, den sie als Gleichstellung verstehen. Damit wird ein Wahlrecht für die Kundenbetriebe geschaffen.

In der M+E Industrie hat sich nach der Tarifgemeinschaft TQZ (tarifplus+) auch die Tarifgemeinschaft der Zeitarbeitsverbände mit der IG Metall auf eine Fortführung des Branchenzuschlagstarifs geeinigt. Die alten Zuschlagsstufen mit möglicher Deckelung (abzüglich 10 %) – nur durch den Kunden veranlasst – bleiben bestehen. Aber es gibt eine Einschränkung. Die Deckelung darf nicht dazu führen, dass nach 6 Wochen kein Zuschlag gezahlt wird.

Wer rechtssicher arbeiten will, der sollte nicht dem falschen Hinweisen folgen (wenige Cent würden reichen), sondern nach 6 Wochen den ersten Branchenzuschlag gemäß den Regelungen des Tarifvertrags zahlen.

Für die Branche wird ein weiterer Branchenzuschlag in Höhe von 65 % auf den jeweiligen Zeitarbeitstariflohn (des Verbandes) ab dem 16. Einsatzmonat definiert. Dieser Zuschlag darf nicht mehr durch einen Abschlag (Deckelung) vermindert werden. 

Der Einsatz ist nicht mehr auf den Betrieb des Kunde bezogen sondern auf den Kunden als Unternehmen (GmbH, AG, etc.) bezogen. Außerdem ist die Ausdehnung auf Hilfs- und Nebenbetriebe (Kontraktlogistik) ohne Inhaberidentität zu beachten. Die Fristenregelungen sind denen des AÜGs angepasst.

Grundsätzlich gilt auch ab dem 16. Einsatzmonat die gesetzliche Gleichstellung. Mit der Einführung einer tariflichen Prozentlösung (65 % auf den Zeitarbeitslohn) wurde  den Kundenbetrieben ein Wahlrecht gegeben. Er alleine entscheidet, ob die gesetzliche Gleichstellung oder die tarifliche Prozentlösung zur Anwendung kommt. Wählt der Kunde die gesetzliche Gleichstellung, muss er Auskunft über das komplette Vergleichsentgelt geben. Wird keine Auskunft gegeben, dann ist die Anwendung der Prozentlösung zwingend.

Hier hat die I.Q.Z ein Modul entwickelt, dass die Entscheidungsfindung, welche Version günstiger ist, erleichtert.

Im neuen Branchenzuschlagstarif der Metall- und Elektroindustrie wurde bei der Tarifgemeinschaft der Verbände festgelegt, dass Einsatzzeiten vor dem 01.04.2017 für die Erreichung der 15 Monate mitgezählt werden. Dies sind Einsätze ab dem 01.10.2016. Somit wird die Frist der 15 Monate schon ab dem 01.01.2018 erreicht.

Als Stichtag für den neuen BZ M+E wurde rückwirkend der 01.04.2017 festgelegt. Hier ist es wichtig, den Status der M+E – Kundenbetriebe ab dem 01.04.2017 festzustellen und eventuelle Anpassungen vorzunehmen. Achten Sie besonders auf die Firmen der Kontraktlogistik im M+E Bereich. Sie fallen auch unter den TV BZ M+E wie das BAG Ende Februar 2017 festgestellt hat (BAG 5 AZR 552/14). Wir berichteten in der März-Ausgabe darüber.

19 Apr 2017

Einigung beim TV LeiZ bekannt gegeben

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Obwohl der Tarifvertrag zur Leih- und Zeitarbeit (TV LeiZ) zwischen den Metallarbeitgebern und der IG Metall schon lange ausgehandelt war, wurde erst jetzt die Einigung offiziell verkündet.

Der neue TV LeiZ (liegt uns vor) regelt die Einsatzbedingungen von Zeitarbeitnehmern in tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie. Kernpunkt ist dabei die Nutzung der gesetzlichen Öffnungsklausel zur maximalen Überlassungszeit. Der TV LeiZ verlängert grundsätzlich für tarifgebundene M+E-Unternehmen die maximale Überlassungszeit von 18 auf 24 Monate. Liegen darüberhinaus Sachgründe für eine weitere Verlängerung vor und hat das Metall- und Elektrounternehmen einen Betriebsrat, ist durch Betriebsvereinbarung eine Verlängerung der Einsatzzeit bis zu 48 Monate möglich. Ohne Betriebsrat ist die Überlassungszeit auf 24 Monate beschränkt. Nach dem Tarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie dürften die Betriebe ihre Leiharbeiter zwar 6 Monate länger beschäftigen – dann aber seien sie verpflichtet, eine unbefristete Übernahme anzubieten.

Im TV LeiZ ist auch ein Arbeitsplatzbezug vorhanden: “Zeitarbeitnehmer sollen nach Auffassung der Tarifparteien grundsätzlich nicht regelmäßig auf Arbeitsplätzen eingesetzt werden, die im Betrieb auf Dauer angelegt sind“.  Unternehmen der M+E-Industrie  ohne Betriebsrat können die  Einsatzzeit von 18 Monaten auf maximal 24 Monate verlängern.

10 Apr 2017

Zeitarbeitsverbände sorgen dafür, dass der TV-LeiZ nicht in Kraft tritt

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Die Erklärungsfrist beim TV-LeiZ ist nun wieder um einen weiteren Monat, bis zum 30.04.2017, verlängert worden. Das überrascht viele in der Branche. Die Erklärung ist ganz einfach: Der M+E Branchenzuschlags-TV – verhandelt von BAP und iGZ mit der IG Metall – und der TV LeiZ  – verhandelt zwischen den M+E Arbeitgebern und der IG Metall – werden als Paket behandelt. Gibt es bei einem der beiden Tarifverträge kein Anpassungs-ergebnis, so laufen beide Tarifverträge ohne Nachwirkung dieses Jahr aus.

Die M+E Arbeitgebern und der IG Metall sind sich in Bezug auf die zu verändernden Punkte beim TV LeiZ  im Rahmen des neuen AÜGs längst einig. Nur die Zeitarbeitsverbände BAP und iGZ kommen bisher zu keinem Ergebnis.

Der Ball liegt  also im Tarif-Feld der Verbände. Wenn dieser verspielt wird, dann gibt es für beide auslaufenden Verträge keine Nachwirkung und für die Anwender der Verbandstarife nach 9 Monaten gesetzliches Equal Treatment im M+E Bereich.

Dagegen hat die Tarifgemeinschaft Zeitarbeit TQZ in ihrem tarifplus+ schon im Januar einen veränderten Branchenzuschlag M+E mit der IG Metall abgeschlossen. Auch durch die seit Anfang 2015 bestehende Tarifregelungen zu maximalen Einsatzzeit sind die TQZ-Mitgliedsfirmen bestens aufgestellt.

10 Okt 2016

Tarif oder EqualTreatment – Entlohnung neu eingestellter Mitarbeiter/innen ab 01.01.2017?

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Sind Tarifverträge gekündigt, dann befinden Sie sich in der Nachwirkung. Dies gilt für alle bestehenden Arbeitsverhältnisse. Im Nachwirkungszeitraum neu eingestellte Mitarbeiter/innen fallen nicht unter die Nachwirkungen, müssen also nach den gesetzlichen Vorgaben entlohnt werden. Dies ist – trotz mancher gegenteiliger Auffassen – seit etlichen Jahren die geltende Rechtsprechung des BAG.

Die Situation bei BAP und IGZ:

Entgelt- und Entgeltrahmen-TV zum 31.12.2016 gekündigt. Wird bis zum Jahresende ein neuer Abschluss getätigt, so richten  sich alle alten und neuen Arbeitsverträge nach diesem neuen Abschluss.  Gibt es keinen neuen Tarifabschluss zum 01.01.2017, so müssen bei allen Neueinstellungen die Vergütung nach dem gesetzlichen Gleichstellungsgrundsatz erfolgen (alle Brutto-vergütungsbestandteile insbesondere Urlaubsentgelt, Entgeltfortzahlung, Sonderzahlungen, Zulagen und Zuschläge sowie vermögenswirksame Leistungen), faktisch ein Equal Treatment. Geschieht das nicht, kann es die Erlaubnis und damit die Geschäftsgrundlage  kosten.

Die Situation bei der Tarifgemeinschaft TQZ:

Beim  tarifplus+ sind keine Tarifverträge gekündigt, also es gibt keine Nachwirkung. Bis zu einem Neuabschluss, gelten die bestehenden Tarifverträge.

Fazit: Die BAP/IGZ – Verhandler stehen unter einem gewissen Zeitdruck. Die Anwender des tarifplus+ können beruhigt den neuen Abschluss abwarten. Link zu  tarifplus+