Archiv: August, 2015

20 Aug 2015

Industrie 4.0 – Herausforderung für die Arbeitswelt

Keine Kommentare Beratung

Das Zukunftsprojekt Industrie 4.0 will die deutsche Industrie in den nächsten 10 bis 20 Jahren  die Lage  versetzen, für die Zukunft der Produktion gerüstet zu sein.  Die Zielsetzung ist z.B.:

  • starke Individualisierung der Produkte
  • Kleinserien flexibel im Prozess integrieren
  • Einbindung der Geschäftspartner in die Wertschöpfung
  • fortschreitende Verkettung von automatisierten Arbeitsgängen
  • großflächiger Einsatz von intelligenten Robotern
  • Nachfrage nach hochwertigen Dienstleitungen
  • Steuerung ganzer Wertschöpfungsnetzwerke in Echtzeit

Dieser Prozess wird in den nächsten 10 – 15 Jahren schleichend fortschreiten. Flexibilität ist dabei der Schlüsselfaktor für die Produktionsarbeit  – in Zukunft aber noch kurzfristiger als heute. Während die Flexibilität heute meist  von Woche zu Woche sich orientiert, wird sie zukünftig von Tag zu Tag bzw. innerhalb eines Tages bewegen.

Jobs in Gefahr!

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06 Aug 2015

Nahles will bei Einsatzzeitbegrenzung nun auch Tariföffnung für Tarifpartner der Zeitarbeit

Keine Kommentare Politik, Tarife, Verantwortung

Gesetzgeber folgt den Handlungsempfehlungen des von der I.Q.Z initiierten Zukunftsforums und der praktischen Umsetzung im Zeitarbeit TV tarifplus+.

Nach der Sommerpause befasst sich der Gesetzgeber mit der Thematik „Missbrauch von Zeitarbeit“. Folglich legt Frau Nahles Ende September den Gesetzesentwurf vor. Dieser wird sich weitestgehend  an  Vereinbarungen des  Koalitionsvertrages halten. Das heißt, dass  spätestens nach 9 Monaten eine Equal Pay Vergütung (auf die Stundeneinkommen bezogen) fällig wird, der Einsatz von Zeitarbeitnehmern bei Streik im Entleihbetrieb wird gesetzlich verboten ist und die maximale Einsatzzeit grundsätzlich auf 18 Monate begrenzt wird. Im Koalitionsvertrag waren tariflich geregelten Ausnahmen zur Verlängerung der Einsatzzeiten nur den Tarifpartnern der Entleihbetriebe vorbehalten. Die Tarifpartner der Zeitarbeit waren ausgeschlossen!

Um wirklich die Möglichkeit von Ausnahmeregelungen bei nicht tarifgebundenen Entleihern zu schaffen, hatte das von der I.Q.Z initiierte Forum „ FAIRE ZUKUNFTSLÖSUNGEN FÜRFLEXIBILITÄT IN DER WIRTSCHAFT“ dem Gesetzgeber in seinen „Handlungsoptionen zur  Umsetzung des Themas  „maximalen Überlassungszeit“ (Juni 2014, nachzulesen hier) empfohlen, auch die Öffnungsklausel für die Tarifpartner der Zeitarbeit zuzulassen. Somit haben  zukünftig tarifliche Regelungen Vorrang.  Seit September 2014 haben die Verbände in einem gemeinsamen Positionspapier (siehe hier) auch den Slogan „Tarif vor Gesetz“ aufgegriffen.

Im Gegensatz zu den Verbänden der Branche, noch vor dem anstehenden Gesetzesentwurf, haben die Tarifpartner (Gewerkschaft und TQZ)  beim Zeitarbeit-TV tarifplus+ eine tarifliche Regelung zur maximalen  Einsatzzeit mit Wirkung zum 01.04.2015 abgeschlossen und somit die Empfehlungen des Forums in die Praxis übertragen. Neben der tariflichen Definition der max. Einsatzzeit (24 Monate) wurden grundsätzliche Ausnahmen für eine mögliche Verlängerung definiert. Außerdem wurde ein Verfahren bestimmt, wie solche Ausnahmen wirksam werden. (Infos zu den Unterschieden zwischen  tarifplus+  und den Verbandstarifen finden Sie hier).

Die Verbände sind durch die Initiative des I.Q.Z – Zukunftsforum und die praktische Umsetzung im tarifplus+ in der Lage – nach der Verabschiedung des Gesetzes – mit ihren Tarifpartnern Ausnahmeregelungen zu vereinbaren. Die vorhandene Regelung im tarifplus+ könnte dabei als „Blaupause“ dienen.

 

04 Aug 2015

Gesetz gegen Missbrauch bei Werkverträgen kommt im Herbst

Keine Kommentare Beratung, Politik

Dienst- und  Werkverträge sind ein essentieller Bestandteil in der Wirtschaft. Leider gibt es aber auch Scheinwerkverträge, die nach bisheriger  Gesetzeslage bei Vorliegen einer AÜ-Erlaubnis als verdeckte Arbeitnehmerüberlassung  klassifiziert werden. Mit solchen Konstruktionen werden oft gesetzliche und/oder tarifvertragliche Regelungen der Arbeit-nehmerüberlassung umgangen.

Dieser „Schutzmechanismus“ wird demnächst vom Gesetzgeber aufgehoben! Somit werden zukünftig alle vom Zoll aufgedeckten Scheinwerkverträge als illegale Arbeitnehmerüberlassung mit den bekannten Folgen gewertet.

Um Risiken zu vermeiden, sollten bestehende Werkverträge  auf Belastbarkeit  und „Echtheit“ geprüft werden. In Zweifelsfällen ist es besser, die Leistungen beim Besteller  als Arbeitnehmerüberlassung zu erbringen. Dabei kommt es bei einer Prüfung durch den Zoll nicht auf die Vertragstexte an, sondern es zählt ausschließlich bei der Klassifizierung Werkvertrag / Arbeitnehmerüberlassung wie real gearbeitet wird.

Dienst- und Werkverträge zeichnen sich dadurch aus, dass

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