Archiv: November, 2015

26 Nov 2015

Industrie 4.0 – die Herausforderung für Personaldienstleister

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Drei große Herausforderung müssen zukünftig von Personaldienstleistern gemeistert werden:

  1. der Bewerber- und Fachkräftemangel
  2. die anstehende gesetzliche Reglementierung
  3. das Zukunftsprojekt Industrie 4.0.

Das Projekt Industrie 4.0 wird auch als 4. industrielle Revolution bezeichnet und soll die deutsche Wirtschaft in die Lage versetzen, für die Zukunft gerüstet zu sein.

Was ist eigentlich „Industrie 4.0“ ?

Es sollen ausländischen Unternehmen nach Deutschland gekommen sein, um das Konzept „Industrie 4.0“ zu kaufen. Ihnen konnte nicht geholfen werden, denn die jeweiligen Methoden auf dem Weg dahin sind sehr unterschiedlich. Von der vollautomatisierten Fabrik mit untereinander kommunizierenden Maschinen, bis hin zur Steuerung von Teilprozessen per Smartphone durch Mitarbeiter/innen.

Das Merkmal des Zukunftsprojekts Industrie 4.0 ist eine automatisierte Serienproduktion mit starker Individualisierung von Produkten (die Losgrößen tendieren gegen eins). Technisch bedeutet dies eine fortschreitende Verkettung von automatisierten Arbeitsgängen, von der Entwicklung über die Produktion bis hin zum Kundenservice. Das setzt die Einbindung aller jeweiligen Geschäftspartner der Wertschöpfungskette voraus. Die gesamte Steuerung des „Wertschöpfungsnetzwerk“ soll sich in Echtzeit vollziehen. Vor dem Hintergrund der voranschreitenden globalen Vernetzung, sind die Anforderungen an die Personaldienstleistung als möglicher Teil der jeweiligen Wertschöpfungskette oft schon heute gegeben. Wer sich nicht rechtzeitig positioniert, hat das Nachsehen.

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24 Nov 2015

Kanzlerin Merkel geht der Gesetzentwurf von Frau Nahles zu weit

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Bundeskanzlerin Angela Merkel distanzierte sich auf dem Arbeitgebertag am Dienstag in Berlin überraschend von einem Gesetzentwurf aus dem Haus von Andrea Nahles (SPD). Darin sind Einschränkungen bei den Werkverträgen vorgesehen, mit denen Unternehmen oft Aufträge an Fremdfirmen vergeben.“Es scheint unstrittig zu sein, dass das, was jetzt vorgelegt wurde (…), über den Koalitionsvertrag hinausgeht“, sagte Merkel. „In diesem Fall werde ich wachen, dass wir über den Koalitionsvertrag nicht hinausgehen.“ (siehe http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/ROUNDUP-Merkel-unterstuetzt-Wirtschaft-im-Streit-um-Werkvertraege-4626964)

Was steht im Koalitionsvertrag und soll geregelt werden?

Missbrauch von Werkvertragsgestaltungen verhindern

Rechtswidrige Vertragskonstruktionen bei Werkverträgen zulasten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern müssen verhindert werden. Dafür ist es erforderlich, die Prüftätigkeit der Kontroll- und Prüfinstanzen bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit zu konzentrieren, organisatorisch effektiver zu gestalten, zu erleichtern und im ausreichenden Umfang zu personalisieren, die Informations- und Unterrichtungsrechte des Betriebsrats sicherzustellen, zu konkretisieren und verdeckte Arbeitnehmerüberlassung zu sanktionieren.Der vermeintliche Werkunternehmer und sein Auftraggeber dürfen auch bei Vorlage einer Verleiherlaubnis nicht besser gestellt sein, als derjenige, der unerlaubt Arbeitnehmerüberlassung betreibt. Der gesetzliche Arbeitsschutz für Werkvertragsarbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer muss sichergestellt werden. Zur Erleichterung der Prüftätigkeit von Behörden werden die wesentlichen durch die Rechtsprechung entwickelten Abgrenzungskriterien zwischen ordnungsgemäßen und missbräuchlichen Fremdpersonaleinsatz gesetzlich niedergelegt.

Arbeitnehmerüberlassung weiterentwickeln

Wir präzisieren im AÜG die Maßgabe, dass die Überlassung von Arbeitnehmern an einen Entleiher vorübergehend erfolgt, indem wir eine Überlassungshöchstdauer von 18 Monaten gesetzlich festlegen. Durch einen Tarifvertrag der Tarifvertragsparteien der Einsatzbranche oder auf Grund eines solchen Tarifvertrags in einer Betriebs- bzw. Dienstvereinbarung können unter Berücksichtigung der berechtigten Interessen der Stammbelegschaften abweichende Lösungen vereinbart werden.

Wir entwickeln die statistische Berichterstattung zur Arbeitnehmerüberlassung bedarfsgerecht fort. Die Koalition will die Leiharbeit auf ihre Kernfunktionen hin orientieren. Das AÜG wird daher an die aktuelle Entwicklung angepasst und novelliert:

  • Die Koalitionspartner sind sich darüber einig, dass Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer künftig spätestens nach 9 Monaten hinsichtlich des Arbeitsentgelts mit den Stammarbeitnehmern gleichgestellt werden.
  • Kein Einsatz von Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmern als Streikbrecher.
  • Zur Erleichterung der Arbeit der Betriebsräte wird gesetzlich klargestellt, dass Leiharbeitnehmer bei den betriebsverfassungsrechtlichen Schwellenwerten grundsätzlich zu berücksichtigen sind, sofern dies der Zielrichtung der jeweiligen Norm nicht widerspricht.“ (Quelle:Koalitionsvertrag Seite 69) 183
19 Nov 2015

Der Referentenentwurf zur Neuregelung von Zeitarbeit und Werkvertrag bringt wenig Überraschendes.

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Die im Koalitionsvertrag vor fast 2 Jahren beschlossen Eckpunkte, werden nun im Referentenentwurf umgesetzt. Das bedeutet im Einzelnen:

  • Es gibt nur noch offene Überlassungen. Sie werden als Eingliederung eine fremde Arbeitsorganisation definiert, deren Weisungen man unterliegt. Die Schutzfunktion einer Überlassungserlaubnis bei Scheinwerkverträgen entfällt. Die Folgen einer illegalen Überlassung sind hinreichend bekannt.
  • Abgrenzungskriterien zwischen Werkvertrag und Zeitarbeit, im BGB §611 definiert.
  • Informationsrechte der Betriebsräte bei Werkverträgen werden gestärkt.
  • Der Einsatz von Zeitarbeitnehmern bei Streiks nicht zulässig ist. Neu ist die Sanktion, Bussgeld bis zu 500.000 €.
  • Die maximale Zeit einer Überlassung wird mit 18 Monate festgelegt. Neu ist die Definition einer Karenzzeit von sechs Monaten und die Entscheidung, dass die Regelung auf Mitarbeiter bezogen ist. Auch die Tariföffnung aus dem Koalitionsvertrag wurde übernommen. Zeitliche Ausnahmen können von Tarifpartnern der Kundenbetriebe vereinbart werden. Liegt ein Tarifvertrag vor, dann können auch die Betriebsparteien diese Ausnahmen im Detail vereinbaren (wie bisher beim TV LeiZ). Neu ist auch etwas „Altes“: Wird die maximale Überlassungszeit überschritten entsteht automatisch ein Arbeitsverhältnis mit dem Entleihbetrieb, es sei denn, der Zeitarbeitnehmer widerspricht. Die Überschreitung der maximalen Einsatzzeit kann zum Verlust der Erlaubnis führen.
  • Zeitarbeitnehmer/innen werden spätesten nach neun Monaten hinsichtlich des Arbeitsentgelts mit den Stammarbeitnehmer/innen beim Entleiher gleichgestellt (Equal Pay). Neu ist: Soweit für das Arbeitsverhältnis ein (Branchen-) Zuschlagstarifvertrag gilt, der eine stufenweise Heranführung des Arbeitsentgelts an Equal Pay vorsieht, besteht der Anspruch auf Equal Pay erst nach einer Einsatzdauer von zwölf Monaten.“ Hier nimmt der Gesetzgeber Rücksicht auf die tariflich vereinbarten mehrstufigen Erhöhung in den ersten 9 Monaten. Somit käme nach einer 5.Erhöhungsstufe eine 6. Stufe hinzu.
  • Neu: Der Grundsatz der Gleichstellung (Equal Pay) wir vom Gesetzes definiert. Es umfasst das, was der Leiharbeitnehmer erhalten hätte, wenn er für die gleiche Tätigkeit beim Entleiher eingestellt worden wäre (BAG, Urteil vom 19. Februar 2014 – 5 AZR 1046/12). Es umfasst alle beim Entleiher ausgewiesenen Bruttovergütungsbestandteile (BAG, Urteil vom 24. September 2014 – 5 AZR 254/13). Zum Arbeitsentgelt zählt jede Vergütung, die aus Anlass des Arbeitsverhältnisses gewährt wird bzw. aufgrund gesetzlicher Entgeltfortzahlungstatbestände gewährt werden muss (BAG, Urteil vom 13. März 2013 – 5 AZR 294/12), insbesondere Urlaubsentgelt, Entgeltfort- zahlung, Sonderzahlungen, Zulagen und Zuschläge sowie vermögenswirksame Leistungen (BAG vom 19. Februar 2014 – 5 AZR 1046/12 sowie 5 AZR 1047/12). Zum Arbeitsentgelt gehören auch Sachbezüge, die der Entleiher seinen Stammarbeitnehmerinnen und Stamm- arbeitnehmern gewährt. Für diesen Fall eröffnet Satz 2 dem Verleiher die Möglichkeit, der Leiharbeitnehmerin und dem Leiharbeitnehmer einen Wertausgleich in Euro zu zahlen. Hier hat der Entwurf sich an der Rechtsprechung des BAG orientiert.

Fazit: Der knapp 2 Jahre nach dem Koalitionsvertrag vorgelegte Referentenentwurf hält sich im Wesentlichen an die festgeschriebenen Vereinbarungen. Die mehr oder weniger begründeten Einwände der betroffenen Verbände in den letzten 2 Jahren gegen diese Regelungen sind weder gehört noch verarbeitet worden.

Die ab dem 01.01.2017 in Kraft tretenden Regelungen werden zunächst in der Bundesregierung abgestimmt und durchlaufen danach das Gesetzgebungsverfahren. Es können sich also noch einigen Änderungen ergeben, da es auch noch einige offene Fragen gibt. Die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag haben wir schon mehrfach kommentiert. Wir werden daher eine Kommentierung im Gesetzgebungsverfahren später publizieren.

 

17 Nov 2015

Gesetzesentwurf zur Zeitarbeit und Werkvertrag in der Resortabstimmung

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Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles stimmt den Gesetzentwurf zur Verhinderung von Missbrauch in der Zeitarbeit und bei Werkverträgen mit den anderen Resorts ab.

Wie bereits berichtet beträgt zukünftig die Höchstüberlassungsdauer 18 Monate. In Tarifverträgen können abweichende Regeln für tarifgebundene Unternehmen vereinbart werden.

Bei der Bezahlung müssen überlassene Arbeitnehmer nach neun Monaten mit den anderen Arbeitnehmern des Entleihbetrieb gleichgestellt werden. Ausnahmen sind dann möglich, wenn
tarifgebunde Unternehmen einen Zuschlagstarifvertrag vereinbaren und den Lohn bereits vor den neun Monaten aufstocken. Dann besteht der Anspruch erst nach einer Einsatzdauer von zwölf Monaten.
Auch der Einsatz bei Streiks soll verboten werden.

Bei Werkverträgen sieht der Entwurf vor, dass die Unternehmen Betriebsräte über die Zahl der Werkvertragsarbeitnehmer informieren müssen. Außerdem ist darin ein Kriterienkatalog für Werkverträge enthalten. Er soll dem Zoll als Kontrollbehörde helfen, leichter Missbrauchsfälle aufzudecken.

Das Gesetz soll am 1. Januar 2017 in Kraft treten.

13 Nov 2015

Wie Personaldienstleister Seriosität und Fairness glaubhaft dokumentieren können

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Marketingaussagen zur Fairness und Seriosität gibt es in der Zeitarbeit fast bei jedem Unternehmen. Aber sind diese Aussagen glaubhaft, wo doch die  Branche immer noch keinen guten Ruf hat? Wie finde ich dann als Kunde oder Bewerber heraus, ob ein Zeitarbeitsunternehmen tatsächlich seinen eigenen Aussagen gerecht wird, ohne dass „Selbstversuche“ unternommen werden müssen?

Neutrale Testate  nach externen Audits, transparent dargestellt, liefern hier einzig die glaubhaften Belege für die korrekte Einhaltung der Gesetze und Tarife sowie für unternehmerische Verantwortung eines Unternehmens. Für die Branche sind seit langem  allgemein gültige Kriterien für faire Zeitarbeit mit unternehmerischer Verantwortung definiert. Die Stakeholder der Branche haben dieses Regelwerk  in einem Katalog zusammengefasst.

Das „Qualitätssiegel faire Zeitarbeit“ als Auszeichnung für Fairness und Seriosität bietet Kunden und Bewerbern die beste Möglichkeit ein faires Unternehmen zu finden.

Diese Auszeichnung wird jährlich nach intensiver externer Prüfung vergeben. Das Audit zur Erlangung Qualitätssiegel faire Zeitarbeit beruht auf Transparenz!

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09 Nov 2015

Tauziehen um das Gesetz gegen Missbrauch bei Zeitarbeit und Werkvertrag

Keine Kommentare Politik

Um den Entwurf eines Gesetz gegen Missbrauch in der Zeitarbeit und beim Werkvertrag wurde und wird seit langer Zeit gestritten. Momentan sieht es so aus, dass es nur einige kleine Korrekturen der bestehenden Gesetze geben wird.

Das Thema „Überlassungshöchstdauer von 18 Monaten“ wird personenbezogen umgesetzt werden. Seit dem Sommer 2015 ist klar, dass es tarifliche Spielräume gibt. Arbeitgeber und Gewerkschaften können also im Einzelfall tariflich vereinbaren, dass Arbeiter für mehr als 18 Monate überlassen werden dürfen. Die erste Realisierung dieses Grundsatzes ist beim Tarifabschluss 2015 der Tarifgemeinschaft TQZ (Zeitarbeitstarifvertrag tarifplus+) umgesetzt worden.

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05 Nov 2015

Mitarbeiter bewerten Ihren Arbeitgeber – Bundessieg für die Job find 4 you Personalmanagement GmbH

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Gronau, WN/KW: Beim Projekt „Best Rated Companies 2015“ (BRC) hat das Eper Unternehmen in der Kategorie „mehr als 500 extern Beschäftigte“ den Sieg davongetragen. Norbert Fuhrmann, Geschäftsführer der IQZ Rheinbach (Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit GmbH) und Initiator des Projektes überreichte jetzt die mit fünf Sternen versehene Urkunde an die „Job find 4 you“-Verantwortlichen Thomas Buß und Hans-Joachim Wendland (beide Geschäftsführer) sowie Angela Frank (Leitung Personal und Organisationsentwicklung).

Das BRC-Projekt wurde zwischen Juni und September 2015 durchgeführt. Teilnehmen konnten bundesweit Personaldienstleister, die überwiegend Zeitarbeit betreiben und keine Scheu vor einer Bewertung durch die eigenen externen Mitarbeiter hatten. 28 Unternehmen stellten sich dieser Herausforderung. In eine Einzelauswertung wurden davon nur die Unternehmen einbezogen, für die eine signifikante Anzahl von Bewertungen durch externe Mitarbeiter (mind. 20 Prozent) vorlag.

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