Archiv: Februar, 2016

26 Feb 2016

Ist die CSU-Blockade ein taktisches Manöver?

Keine Kommentare Politik

seehoferDie seit Dienstag bestehende Blockade der CSU  gegen den Referentenentwurf  zu Leiharbeit und Werkverträgen hat wohl auch prinzipielle bzw. taktische Gründe. Demnach ist Parteichef Horst Seehofer der Meinung, dass die Union der SPD schon zu viele Zugeständnisse gemacht habe. Dann gibt es noch Seehofers „Drohszenario“ zur Flüchtlingspolitik und  die Landtagswahlen am 13. März in Baden-Württemberg, Reinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt.

Die jetzt kurz vor der Ressortabstimmung vorgebrachten Bedenken hätten eigentlich schon nach dem Diskussionsentwurf aus dem November 2015 vorgebracht werden können. Der stark kritisierte „Novemberentwurf“ aus dem Hause Nahles ist über den Koalitionsvertrag deutlich hinausgegangen. Im zweiten Entwurf ist das korrigiert worden. Inhaltlich hat die CSU  mehrere strittige Punkte vorgebracht. Einer sei die Begrenzung des Streikverbots für Leiharbeiter.

Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften haben den aktuellen Entwurf als Kompromiss akzeptiert. Nach der CSU – Blockade sind die Gewerkschaften erbost.

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Karl Schiewerling, hat betont, dass die Union auch weiterhin daran interessiert sei, die Gesetzespläne zu Leiharbeit und Werkverträgen umzusetzen. „Wir haben im Koalitionsvertrag Vereinbarungen“, sagte er am Donnerstag dieser Zeitung. „Und wir sind gewillt, den Koalitionsvertrag einzuhalten. Ich gehe davon aus, dass es in absehbarer Zeit noch einmal Gespräche geben wird. Wir werden sehen, dass wir dann zu einem Ergebnis kommen.“

Es ist zu erwarten, dass es nach dem 13.03.2016 weiter geht.

 

22 Feb 2016

Tarifpartner sind für die Gestaltung der Arbeitsbedingungen zuständig und brauchen Planungssicherheit

Keine Kommentare Politik, Tarife

Joerg_HofmannAls einen „Minimalkompromiss der großen Koalition“ bezeichnet der IG Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann den Referentenentwurf zu Werkverträgen und Leiharbeit. Hofmann fordert, den Entwurf umgehend in das parlamentarische Verfahren einzubringen. „Wir begrüßen, dass mit diesem Entwurf unsere tariflichen Regelungen mit Anpassungen fortgeführt werden können. Über die notwendigen Anpassungen sind wir im Gespräch mit Gesamtmetall und den Tarifparteien der Leiharbeitsbranche. Unter der Voraussetzung, dass es keine wesentlichen Änderungen mehr im parlamentarischen Beratungsprozess geben wird, werden wir schnell zu einer Verständigung zwischen den Tarifvertragsparteien kommen können“ (Quelle: IG Metall).

Trotz einiger positiven Veränderungen im Referentenentwurf sind folgende Nachbesserungen nötig:

  1. Einführung einer Übergangsfrist für die Einführung der Gleichstellung in der Bezahlung. Während für die Dauer der maximalen Einsatzzeit die Zählweise ab dem 01.01.2017 beginnt, ist bei der Gleichstellung keine Übergangszeit vorgesehen. Die  Zählweise sollte ab dem 01.01.2017 beginnen.
  2. Tariföffnung für die Tarifpartner der Zeitarbeit in Bezug auf die Einsatzlänge und Unterbrechungszeiten einführen, da es keine Tarifparteien erster und zweiter Klasse gibt.
  3. Wer die Tarifautonomie achtet, der sollte bestehende tarifliche Regelungen zur Einsatzlänge belassen und nicht verbieten.

 

19 Feb 2016

Neuer Entwurf zur „Novellierung der Zeitarbeit“ – nur wenige Änderungen

Keine Kommentare Politik

Im Vergleich zum „Novemberentwurf“ gibt es nur wenige Änderungen. Die Grundsätze „nach 9 Monaten Gleichstellung “ und „Einsatzende nach 18 Monaten“ bleiben bestehen.

Geändert hat sich etwas wenn Branchenzuschläge (BZ-Tarife) im Spiel sind. Im 1. Diskussionsentwurf wollte man nicht in Kollision mit den Verbands- BZ Tarifen kommen, die eine Regelung bis zum 10. Einsatzmonat enthalten. Deshalb wurde die Gleichstellung ab dem 12. Monat dort festgelegt. Damit ist man jedoch mit dem TQZ-Zeitarbeitstarifvertrag tarifplus+ kollidiert, der Branchenzuschläge bis zum 12. Einsatzmonat regelt. Somit ist jetzt die Gleichstellung auf 16 Monate verschoben  und den Forderungen der TQZ entsprochen worden.

Weiterhin wurde klargestellt, dass die Definition der Gleichstellung (Equal Pay) den Tarifpartnern der Zeitarbeit überlassen bleibt. Somit wird das in den anstehenden Tarifverhandlungen Ende des Jahres 2016 geregelt.

Die maximale Überlassungszeit bleibt für tarifgebundene Entleiher bei 18 Monaten mit der ausschließlichen Tariföffnung für tarifgebundene Entleihbetriebe. Die Tarifpartner der Zeitarbeit sind also Tarifpartner 2. Klasse. Nicht tarifgebundene Entleiher werden dagegen begünstigt. Sie dürfen die 18 Monate auf 24 Monate ausdehnen. Das heißt faktisch, dass bei diesen Entleihern die max. Überlassungsdauer generell 24 Monate ist.

Es wird behauptet, dass der Referentenentwurf bestehende Tarifregelungen übernommen hätte, doch die seit dem 01.04.2016 bestehende tarifliche Regelung zwischen der Tarifgemeinschaft TQZ und der IG Metall  im tarifplus+ Tarifvertrag soll mit dem Gesetz außer Kraft gesetzt werden. Da hier durch die Missbrauch-kontrolle der Tarifpartner kein besonderes Schutzbedürfnis besteht, wäre das ein realer und massiver Eingriff in die verfassungsrechtlich garantierte Tarifautonomie! Das müsste dann vom Verfassungsgericht geklärt werden.

Problematisch sind auch die nicht vorhandenen Übergangsfristen bei der Gleichstellungsregelung. Während bei der maximalen Einsatzzeit die Zählweise ab dem 01.01.2017 beginnen soll, gibt es bei der Gleichstellung keine Übergangsfristen. Die Unternehmen der Zeitarbeit müssen in der Regel im September eines Jahres ihren Kunden Preise für das kommende Jahr abgeben. Da voraussichtlich die Tarifverhandlungen zur Definition der Gleichstellung im September 2016 noch nicht erledigt sind, dürfte die Kalkulation schwierig sein. Hier wäre eine Karenzzeit von 9 Monaten hilfreich.

16 Feb 2016

Zweite unabhängige Umfrage unter extern Beschäftigten der Zeitarbeit

Keine Kommentare Beratung, Unternehmensmarke, Untersuchung, Verantwortung

IQZ_Siegel-5Sterne-RZAb April 2016 startet das diesjährige Umfrageprojekt

BEST RATED COMPANIES 2016 – Extern Beschäftigte der Zeitarbeit bewerten ihren Arbeitgeber.

In dieser Umfrage geht es darum, den positiven Ruf eines Unternehmens durch eine signifikante Anzahl der extern Beschäftigten (min. 20%) bewerten bzw. bestätigen zu lassen. Positive Werbeaussagen über ein Unternehmen  gibt es viele, die Belastbarkeit einer Unternehmensmarke wird jedoch erst durch Testimonials (neutrale Bewertung) erreicht.

Wer zum Beispiel dem Bewerbermangel nachhaltig begegnen will, sollte vermeiden, ein Arbeitgeberbild in seinen Anzeigen und Aussagen aufzubauen, welches zwar auf den ersten Blick (vermeintlich) sexy ist, aber auf den zweiten Blick einer kritischen Prüfung nicht standhält. Das Bild des Unternehmens muss glaubwürdig sein und sollte transparent dokumentiert werden.

Eine signifikante positive Beurteilung durch die externen Mitarbeiter/innen ist die preiswerteste und erfolgreichste  Empfehlungsinstanz für Bewerber. Sie ist für zukünftige  Mitarbeiter glaubwürdig.

Jeder Personaldienstleister in Deutschland, der überwiegend Zeitarbeit betreibt, kann an diesem Projekt teilnehmen. Dafür ist es notwendig sich bei der I.Q.Z anzumelden. Bei der Anmeldung ist die Anzahl der extern beschäftigten Mitarbeiter/innen anzugeben, da die Auswertung des Projekts in verschieden Betriebsgrößen durchgeführt wird. Die Betriebsgrößen sind:

BG 1: < 50 externe Beschäftigte

BG 2: 51 – 150 externe Beschäftigte

BG 3: 151 – 500 externe Beschäftigte

BG 4: > 501 externe Beschäftigte

Anmeldung mit den relevanten Daten (wichtig die externe Mitarbeiterzahl benennen) an

brc-projekt@iq-z.de

Die für die Auswertung des Projekts wird eine nach Betriebsgrößen gestaffelte Teilnahmegebühr erhoben:

BG 1 = 300,00 €, BG 2 = 400,00 €, BG 3 = 500,00 €, BG 4 = 700,00 €

Auf die jeweilige Teilnahmegebühr ist die gesetzlich gültige MWST zu entrichten.

Die weiteren Informationen zum Projekt können Sie hier herunterladen.