Archiv: Februar, 2018

25 Feb 2018

Zeitarbeit weiter im Aufwind

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Ende Juli 2017 gab es 1,13 Millionen Beschäftigungs-verhältnisse in der Zeitarbeit – ein gutes Drittel davon bestand seit mindestens 18 Monaten, ein Fünftel zwischen neun und unter 18 Monaten.

Gerade für Menschen ohne Abschluss oder mit geringer Qualifikation kann die Zeitarbeit ein Einstieg in den Arbeitsmarkt sein“, sagte eine BA-Sprecherin dem RND. Bei Zeitarbeit ist der Anteil der Personen ohne Berufs-abschluss mit 27 Prozent deutlich höher als im Schnitt aller Beschäftigten (16 Prozent).

Von den rund 1,9 Millionen Arbeitslosen, die zwischen November 2016 und Oktober 2017 einen sozialversicherungspflichtigen Job am ersten Arbeitsmarkt aufgenommen haben, war fast jeder fünfte (358.000) vorher in der Zeitarbeit beschäftigt. Laut Bundesagentur fanden in diesem Zeitraum auch 15.000 Arbeitslose aus den wichtigsten Asyl-Herkunftsländern einen Job in der Branche. Gut vier von zehn Zeitarbeitern war zwischen Juli 2016 und Juni 2017 in der Produktion tätig, knapp jeder dritte – etwa in der Sicherheits- und Reinigungsbranche – in einem wirtschaftlichen Dienstleistungsberuf. Mit 1816 Euro brutto im Monat liegt der mittlere Verdienst von Leiharbeitern um 42 Prozent niedriger als bei allen sozialversicherungs-pflichtigen Vollzeitbeschäftigten.

16 Feb 2018

Leiharbeitnehmer scheitert mit Klage auf Equal Pay

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Der Kläger machte geltend, dass die Entlohnung nach dem Zeitarbeits-tarif deutlich hinter der Entlohnung im eingesetzten Betrieb in der Metall- und Elektrobranche zurück. Somit wäre eine Abweichung von der gesetzlichen Gleichstellung nicht gedeckt. Er habe daher einen Anspruch auf Vergütung nach den in der Metall- und Elektrobranche geltenden Regelungen.

Dieser Auffassung folgt die zuständige Kammer nicht.

Die Richtlinie 2008/104/EG (Leiharbeitsrichtlinie) ermöglicht es dem nationalen Gesetzgeber, die Abweichung vom Grundsatz der gleichen Vergütung bei Leiharbeit durch Tarifvertrag zuzulassen. § 8 des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes in seiner aktuellen Fassung berücksichtigt den von der Richtlinie geforderten Gesamtschutz der Leiharbeitnehmer in ausreichendem Maße, indem das Gesetz die Tarifvertragsparteien auf die Einhaltung jedenfalls der Lohnuntergrenze in der Leiharbeit verpflichtet und ihnen gleichzeitig eine zeitliche Grenze zur Abweichung vom Equal Pay Grundsatz sowie einen Anreiz zur zeitnahen Heranführung der Löhne an diejenigen der Stammarbeitnehmer setzt.

15 Feb 2018

Behindert das neue AÜG wirklich die Flexibilität?

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Im neuen AÜG wird die maximale Überlassungszeit auf 18 Monate beschränkt und die finanzielle Gleichstellung der wesentlichen Arbeitsbedingungen mit dem vergleichbaren Stammbeschäftigten des Entleihbetriebs nach 9 Monaten zur Pflicht. Da die Tarifautonomie seitens des Gesetzgebers respektiert wird, gibt es für beide Tatbestände tarifliche Öffnungsklauseln.

Mit der Definition der Maximalen Einsatzzeiten wird die EU-Richtlinie zur Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit ist vorübergehend) konkretisiert, die bisher nur als allgemeines Postulat im Gesetz verankert war. Ebenso wird der Abweichungszeitraum von der grundsätzlich im AÜG verankerten Gleichstellung der wesentlichen Arbeitsbedingungen beschränkt.

Nun wird häufig behauptet, dass beide Maßnahmen nicht notwendig seien, weil Sie die Flexibilität in der Wirtschaft beschränken. Als Grund wird angegeben, dass die Branche Zeitarbeit schon zu 100% tariflich abgesichert sei und in   11 Branchen tarifliche Angleichungen an die Stundenlöhne der Stammbeschäftigten (Equal Pay) schon existieren.

Unterwirft man diese Aussagen einem Faktencheck, so stellt man folgendes fest: Weiterlesen

07 Feb 2018

Welche Bedeutung hat der abgeschlossene Koalitionsvertrag für die Zeitarbeit?

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Sollte die grosse Koalition zustande kommen, sollen folgende Regelungen umgesetzt werden:

Der Missbrauch bei den Befristungen soll abgeschafft werden. Deshalb dürfen Arbeitgeber mit mehr als 75 Beschäf-tigten nur noch maximal 2,5 Prozent der Belegschaft sachgrundlos befristen (Bei 100 Beschäftigten können nur 2 befristete Arbeitsverträge abgeschlossen werden). Bei Überschreiten dieser Quote gilt jedes weitere sachgrundlos befristete Arbeitsverhältnis als unbefristet zustande gekommen. Die Quote ist jeweils auf den Zeitpunkt der letzten Einstellung ohne Sachgrund zu beziehen.

Die Befristung eines Arbeitsvertrages ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes ist nur noch für die Dauer von 18 statt bislang von 24 Monaten zulässig, bis zu dieser Gesamtdauer ist auch nur noch eine einmalige statt einer dreimaligen Verlängerung möglich.

Arbeit auf Abruf nimmt zu. Es soll daher ausreichend Planungs- und Einkommenssicherheit hergestellt werden. Die vereinbarte Mindestarbeitszeit darf höchsten 20 Prozent unterschreiten und 25 Prozent überschritten werden. Fehlt eine Vereinbarung zur wöchentlichen Arbeitszeit gilt eine Arbeitszeit von 20 Stunden. Im Krankheitsfall und an Feiertagen soll der Durchschnittsverdienst der letzten drei Monate als verpflichtende Grundlage festgeschrieben werden.

Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz wird 2020 evaluiert.

02 Feb 2018

Für die Anwender des BAP- und des iGZ-Tarifvertrag ist ab Januar in fast allen Branchen Gleichstellung angesagt

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Mit der Januarabrechnung 2018 wird erstmalig die gesetzliche Gleichstellung der Zeitarbeitnehmer mit den vergleichbaren Stammbeschäftigten des Kunden nach 9 Einsatzmonaten in den Branchen ohne Branchenzuschlagstarife(BZ-Tarife) zwingend. Außerdem haben die beiden Verbände BAP und iGZ mit den Tarifpartnern Ver.di (Papierverarbeitung und Druckindustrie) und IG Metall (Metall- + Elektroindustrie, Holz- / Kunststoffindustrie und Textil) vereinbart, dass ab Januar 2018 alle die Zeitarbeitnehmer die mindestens 15 Einsatzmonate im Kundenbetrieb entweder tariflich oder gesetzlich gleichgestellt werden müssen. Damit werden bei jeder zukünftigen Lohnabrechnung in diesem Jahr weitere Mitarbeiter gleichgestellt, die  15 Einsatzmonate erreicht haben.

Für die Gleichstellung müssen Kundeninformationen eingeholt, auf Plausibilität geprüft und korrekt abgerechnet werden. Außerdem muss beim Kunden eine adäquate Preiserhöhung umgesetzt werden. Die korrekte Gleichstellung ist ein wichtiges Prüfkriterium für die Aufsichtsbehörden.

Nur in 5 Branchen (BZ-Tarife mit der IG BCE) finden die ersten tariflichen Gleichstellungen zum 01.07.2018 (15 Monate ab dem 01.04.2017 – Start des neuen AÜGs) statt.

Die Anwender des von der I.Q.Z initiierte tarifplus+ konnten die Jahreswende entspannter angehen. In 14 Branchen (u. A. Mit der IG Metall) wurde vereinbart, dass die Gleichstellung mit den Stammarbeitern ab dem 01.07.2018 erfolgen soll. Eine Ausnahme ist die Metall- und Elektroindustrie. Dort beginnt die Gleichstellung für alle die überlassenen Mitarbeiter am 01.04.2018.

01 Feb 2018

Folgen bei nicht rechtskonformen AÜVs?

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Ein Arbeitnehmerüberlassungsvertrag (AÜV) muss als schuldrechtlicher Vertrag über den vorübergehenden Einsatz von Zeitarbeitnehmern zwingend in Schriftform (Datum und Originalunterschrift beider Parteien auf dem Originaldokument) vor Beginn einer Überlassung geschlossen werden.

Die AÜVs können als Einzelverträge oder als Rahmenverträge mit jeweiliger Konkretisierung der Person des Zeitarbeitnehmers abgeschlossen werden. Während im Einzel-AÜV Vertrag und Konkretisierung zusammen in Schriftform erfolgt, ist nur für den Rahmen-AÜV die Schriftformerfordernis zu erfüllen. Die Konkretisierung auf die jeweilige Person des Mitarbeiters ist  in Textform zu dokumentieren, bedarf aber keiner Schriftform. Bei Rahmen-AÜVs ist unbedingt darauf zu achten, dass auch ein schuldrechtlicher Vertrag abgeschlossen wird.

Werden diese Bedingungen nicht eingehalten, so entsteht ein Arbeitsverhältnis mit dem Kundenbetrieb, falls die betreffende Person nicht am Arbeitsverhältnis mit dem Personaldienstleister festhält.

Verleiher und Entleiher drohen darüber hinaus bei Verstoß Geldbußen von bis zu 30.000 Euro je Einzelfall.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese Risiken vermeiden können.