23 Mrz 2017

Umfrage unter Entleibetrieben zum neuen AÜG

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Bei einer Online-Umfrage hat das Hamburger Beratungsunternehmen Company-Partners (CMP) 1.000 Entleiher mit mehr als 56.000 Leiharbeitnehmern zur Einschätzung und den möglichen Konsequenzen von Equal Pay nach 9 Monaten und der Einsatzbeschränkung auf 18 Monaten befragt. Unternehmen, die in Branchen mit Branchenzuschlagstarifen einzuordnen sind, wurden nicht in die Umfrage einbezogen.

Veränderungen-page-001 Nur knapp 13 Prozent der befragten Unternehmen, die Zeitarbeit einsetzen, sind bereit, den Zeitarbeitnehmern Equal Pay – die 100% Gleichstellung mit den Stammbeschäftigten – zu zahlen. Als Alternative wollen sie vielmehr die Einsatzzeiten verkürzen oder auch durch Rotationspools die Zahlung der Gleichstellung  vermeiden. Außerdem will man neue „Einstiegslohngruppen“ schaffen, um weiter kostengünstig zu produzieren.

Nach einer Einsatzzeit von 18 Monaten werden, laut Umfrage, nur in wenigen Fällen Übernahmen stattfinden. Es besteht bei den befragten Unternehmen wenig Interesse, die Stammbeschäftigung aufzubauen. Vielmehr sollen mehr befristete Beschäftigungsverhältnisse bei Entleihbetrieben entstehen und Zeitarbeit abgebaut werden.

Einige Unternehmen wollen verstärkt auf Werk- und Dienstverträge „umsteigen“, obwohl auch dort durch die neue Gesetzgebung die Risiken sich vergrößert haben.

Bei den Kundenbetrieben, die in  Branchen mit Branchenzuschlägen tätig sind, ist die Problematik der Gleichstellung geringer, da dort Equal Pay von den Tarifpartnern auf eine einfache Weise definiert wird.

Quelle: http://ow.ly/LVcl30abhL3

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Eine Antwort auf “Umfrage unter Entleibetrieben zum neuen AÜG”

  1. Dieter Hildner sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    eine Überraschung ist das Ergebnis dieser Befragung nicht.
    Es zeigt, wie die Leistungen der Zeitarbeitnehmer in den Betrieben
    eingeschätzt werden, nämlich am untersten Niveau. Wenn der Einsatz
    zu teuer wird hilft dann die Rotation, die Zeitarbeitnehmer werden es schon aushalten.
    Wichtig ist, möglichst im Wettbewerb bestehen zu können, natürlich
    auf Kosten derer, die sich nicht wehren können.
    Die Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes wurde so oft wegen
    Änderungswünschen der Parteien und der Interessenverbände abgemildert,
    dass die Beschäftigten keine Regelungen zu ihren Gunsten erwarten können.
    Hier hilft möglicherweise nur ein Politikwechsel, um diese Ungerechtigkeiten
    abzuschaffen und ein Klima der Toleranz und Anerkennung der Leistungen der Zeitarbeitnehmer zu erreichen.

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