22 Sep 2017

Lohnunterschiede und Lohnangleichung in der Zeitarbeit

1 Kommentar Politik, Verantwortung, Wissen

In einigen Einsatzbereichen der Zeitarbeit sind die Lohnunterschiede zwischen dem vergleichbaren Stammbeschäftigten und dem Zeitarbeitnehmer groß. Hat die Zeitarbeit immer noch das Image des „Niedriglohnsektors“?

Wenn durch Vertreter der Branche in Vergleichen Äpfel mit Birnen verglichen werden, dann verfestigt sich dieser Eindruck. Ein solcher wurde vom Bundesvorsitzenden Christian Baumann in einem WDR 2 Interview vermittelt:

Sie müssen sich mal vorstellen, wie sich der Mitarbeiter fühlt, der seit 20 Jahren beschäftigt ist“, gab der iGZ-Bundesvorsitzende ein Beispiel. Wenn der neue Kollege aus dem Zeitarbeitsunternehmen auf einmal das Gleiche verdiene wie der Mitarbeiter, der diesen Job seit 20 Jahren mache, dann empfinde der das natürlich als hochgradig ungerecht“.

Wird hier dem Billiglohn durch ein falsches Beispiel Vorschub geleistet?

Fakt ist:

  • Die gesetzliche Entgeltgleichstellung geht immer vom vergleichbaren Stammbeschäftigten aus. Das ist dann ein neu eingestellter Stammarbeitnehmer.
  • In vielen Fällen gibt es schon tarifvertragliche Vereinbarungen zur Angleichung im Zeitverlauf eines Einsatzes. Werden diese eingehalten, verringern sich deutlich die Lohnunterschiede.
  • Zeitarbeit ist, wenn sie regelkonform betrieben wird, keine Billiglohnbranche mehr.
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Eine Antwort auf “Lohnunterschiede und Lohnangleichung in der Zeitarbeit”

  1. Dieter Hildner sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    die Zeitarbeit hat leider immer noch den Ruf der Lohndrückerei, also das Image des Niedriglohnsektors.
    Bei einem Entgelt von 9,23 € / Stunde ist das auch kein Wunder.
    Schließlich wurde die Zeitarbeit deshalb erfunden, um den Arbeitsmarkt mit günstigen
    Arbeitskräften zu versorgen. Die Vorgaben, dass flexibler Einsatz des Personals bei
    Engpässen notwendig ist, ist nur vorgeschoben.
    Zur Zeit ist es doch so, dass ein Fachkräftemangel besteht und deshalb zwangsläufig
    auf vorhandenes Zeitpersonal zugegriffen wird. Und weil dies so ist, ist es keine Besonderheit,
    wenn gleicher Lohn für die Zeitarbeitnehmer gefordert wird. Dass es dazu eines Gesetzes bedarf ist nur der Zeitarbeitsbranche zuzuschreiben.
    Weil das Personal allgemein als Kostenfaktor angesehen wird, ist es nicht verwunderlich, wenn möglichst wenig Kosten verursacht werden sollen.
    Regelkonforme Zeitarbeit ist leider noch eine Seltenheit, wenn sich das
    einmal ändern sollte, was ich nicht glaube, dann könnte das Image besser werden.
    Aber hiervon ist die Branche noch meilenweit entfernt.

    .

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