04 Okt 2017

Tarifverhandlungen unter Zeitdruck sind selten erfolgreich

1 Kommentar Tarife, Verbände, wirtschaftlicher Erfolg

Auf den „letzten Drücker“ – kurz vor dem Auslaufen der Verträge – hat die Tarifgemeinschaft VGZ der Verbände BAP/iGZ noch Anpassung der Tarife an das neue AÜG erreicht.  Es war fast ein Jahr Zeit, um die Tarife über Branchenzuschläge (BZ) an das neue AÜG anzupassen.  Erfahrungsgemäß sind Verhandlungen unter Zeitdruck selten erfolgreich. Das zeigen einige erzielte Ergebnisse: 

Bei den BZ-Verträgen (z.B. M+E, Holz-Kunststoff, Textil und Bekleidung) wurde auf Druck der IG Metall die erstmalige Gleichstellung (ab 16. Einsatzmonat) auf den 01.01.2018 vorverlegt. Die Verhandler der Tarifgemeinschaft TQZ (tarifplus+)  agierten professionell und  ohne Zeitdruck. Ihr Ergebnis: Bei den BZ-Tarifen in der Holz/Kunststoff- und Textil- und Bekleidungs-industrie wurde die erstmalige Gleichstellung zum 01.07.2018 und in der M+E Industrie zum  01.04.2018 mit der IG Metall tariflich vereinbart.

 

Verfasst von
Der Autor hat noch keine Informationen in seinem Profil hinterlegt.

Eine Antwort auf “Tarifverhandlungen unter Zeitdruck sind selten erfolgreich”

  1. Dieter Hildner sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    wenn ich mir das Ergebnis der Verhandlungen ansehe, dann scheinen die von der
    Tarifgemeinschaft mit der Gewerkschaft ausgehandelten Ergebnisse für die Zeitarbeitnehmer von Vorteil zu sein. Jeder Cent der hier früher im Geldbeutel ankommt
    ist aus Sicht der Arbeitnehmer zu begrüßen. Ob hier die vielleicht verspätet angefangenen Tarifverhandlungen zum positiven Ergebnis beigetragen haben, läßt sich bezweifeln. Wenn es die gesetzlichen Regelungen zuließen eine sofortige gleichartige Bezahlung der Zeitarbeitnehmer mit dem Stammpersonal zu erreichen, wären die Verhandlungen nicht nötig. Wenn Betriebe und Unternehmen Personal auf Zeit brauchen, dann sollten sie auch konsequent für die anfallenden Kosten aufkommen. Rücksichtnahme ist hier fehl am Platz. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz ( AÜG) ist jedoch dermaßen schwierig anzuwenden, dass von einer gleichwertigen Bezahlung
    vom ersten Tag an niemand davon Gebrauch machen will. Was noch auffällt ist,das es
    scheinbar nicht nötig ist, bei den Branchenzuschlägen auch die Beschäftigten in der
    Lebensmittelindustrie in die Verhandlungen mit einzubeziehen.

Antwort verfassen

Sie müssen eingeloggt sein um einen Kommentar schreiben zu können.