04 Mrz 2018

Die GROKO kommt – Was bedeutet das für die Zeitarbeit?

Keine Kommentare Politik, Zukunft

Arbeit auf Abruf wird reglementiert. Die wöchentliche Mindestarbeitszeit muss vertraglich festgelegt werden. Bei der Ist-Arbeitszeit darf maximal 20 % nach unten und 25 % nach oben abgewichen werden. Fehlt eine vertragliche Festlegung, so gelten 20 Wochenstunden als vereinbart. Krankheit und Feiertage müssen im Durchschnitt der letzten 3 Monate bezahlt werden.

Die sachgrundlose Befristung wird in Bezug auf die einzelnen Mitarbeiter geregelt. Die Höchstdauer der Befristung beträgt 18 Monate. Innerhalb dieses Zeitraumes darf eine Befristung nur 3 mal verlängert werden. In Betrieben bis 75 Beschäftigte gibt es keine Beschränkung der Anzahl der befristeten Arbeitsverhältnisse. Ab 76 Beschäftigte dürfen maximal nur 2,5 % der Arbeitsverhältnisse befristet werden. Die Quote ist bei jeder Neueinstellung zu ermitteln.

Die Befristung eines Arbeitsvertrages Vertrages ist nicht zulässig, wenn vorher mit dem Arbeitnehmer schon ein unbefristetes Arbeitsverhältnis abgeschlossen wurde. Bestanden vorher bereits mehrere befristete Arbeitsverhältnisse mit einer Gesamt-dauer von fünf oder mehr Jahren, ist bei Wiedereinstellung ein unbefristetes Arbeits-verhältnis zwingend abzuschließen. Ein erneutes befristetes Arbeitsverhältnis mit demselben Arbeit-geber ist erst nach Ablauf einer Karenzzeit von drei Jahren möglich.

Durch den Mitarbeiterbezug werden in der Zeitarbeit die Befristungen eines Arbeitnehmers durch verschiedene Zeitarbeitsunternehmen addiert. Bestanden vorher bereits mehrere befristete Arbeitsverhältnisse mit einer Gesamtdauer von fünf oder mehr Jahren, ist zwingend ein unbefristeter Arbeitsvertrag abzuschließen.

Zu Unrecht abgeschlossene Befristungen werden automatisch zu unbefristeten Beschäftigungsverhältnissen.

Was bedeutet das für die Zeitarbeit?

Die Arbeit auf Abruf ist in der Zeitarbeit dort verbreitet, wo es um kurzfristige Aushilfstätigkeiten mit wenigen Wochenstunden geht. Zukünftig ist darauf zu achten, dass die Sollarbeitszeiten, wegen der geringen möglichen Abweichungen, exakt festgelegt werden. Durch die Durchschnittsbezahlung bei Krankheit und Feiertagen, wird diese Form der Arbeit teurer.

Die Einschränkung der sachgrundlosen Befristung bei größeren Kunden-betrieben wird weiteren Umsatz in der Zeitarbeit zu generieren.

Personaldienstleister, deren Geschäftsmodelle befristete Verträge (z. B. als Reaktion auf die 9/18 Monatsfristen im AÜG) beinhalten, müssen sich umstellen. Auch hier gilt die Quotenregelung.

Bei Neueinstellungen sind vorherige Befristungen eines Mitarbeiters anderer Zeitarbeitsunternehmen zu berücksichtigen.

Die EU-Richtlinie zur Zeitarbeit erlaubt Abweichungen von der Gleichstellung der wesentlichen Arbeitsbedingungen u. A. nur dann, wenn unbefristete Arbeits-verhältnisse abgeschlossen werden. Daher haben Befristungen in der Zeitarbeit grundsätzlich nichts zu suchen. Der Tarifvertrag tarifplus+ hat diesen Grundsatz seit 2011 umgesetzt.

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