06 Feb 2015

Gibt es ein Mindestlohn – „Bürokratiemonster“ ? – Eine sachliche Bewertung

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Arbeitgeberverbände, die CSU und der Wirtschaftsflügel der CDU sprechen immer wieder von „überbordender Bürokratie“ beim Mindestlohn. Mit diesem Argument wird versucht, die Aufzeichnungspflichten des Mindestlohngesetzes (MiloG) bei Minijobs  und den „schwarzarbeitsgefährdeten Branchen“  Gastgewerbe, die Fleischindustrie, Speditionen, Logistik Schaustellergewerbe, Forstwirtschaft, Messebau, Personenbeförderung und Gebäudereinigung abzuschaffen.

Stundenaufzeichnungen sind Usus in der Wirtschaft.

Zunächst ist grundsätzlich festzustellen, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer die geleisteten Arbeitsstunden im Monat für ihre jeweiligen Zwecke benötigen. Handwerker brauchen z.B. Stundenaufzeichnung  für die Rechnungsstellung gegenüber ihren Kunden aber auch für die korrekte Bezahlung ihrer Mitarbeiter. Unternehmen benötigen solche Aufzeichnungen für ihre betriebswirtschaftliche Kalkulation. Wenn Mitarbeiter im Rahmen von Minijobs bis zu 450,00 € arbeiten, werden sie selten mit dem  gleichen Pauschalbetrag je Monat  bezahlt. Wird in Monaten unregelmäßig gearbeitet, sind die Stundenaufzeichnungen für eine korrekte und faire Bezahlung wichtig. Oft sind auch  Dienstpläne in Bezug auf die Verteilung der Arbeitszeiten und Schichten in Gebrauch, in denen Beginn und voraussichtliches Ende der täglichen Arbeitszeit festgehalten wird, die dann mit der realen Arbeitszeit abgeglichen werden.

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