Archiv: Personaldienstleistung

27 Mai 2019

Die seriöse Seite der Zeitarbeit

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Das ZDF zeichnete in der Sendung ZDF-ZOOM am 15.05.2019 ein Bild der dunklen Seite der Zeitarbeit. Es machte deutlich, dass in der Branche viel schön geredet wird, um die dunkle Realität zu kaschieren. Es ist klar ersichtlich, dass es sich in der Branche nicht um Einzelfälle von schwarzen Schafen handelt, sondern um ganze Herden – wie ein Interviewpartner es bezeichnete. Dies wird auch immer wieder durch die Berichte der Bundesregierung zur Arbeitnehmerüberlassung bestätigt.

Die Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen wird offensichtlich nicht ausreichend von den Aufsichtsbehörden kontrolliert. So kommen auf 42 Prüfungsteams der Bundesagentur für Arbeit über 52.000 Zeitarbeitsbetriebe. Das bedeutet, dass im Schnitt eine Prüfung alle 9 Jahre stattfindet.

Um sich nachweislich von den schwarzen Schafen der Zeitarbeit abzusetzen, unterziehen sich seriöse Personaldienstleister jährlich freiwillig einem CSR- und Compliance-Audit. Wenn alle gesetzlichen Bestimmungen und tariflichen Regelungen eingehalten werden, wird die Firma mit dem Qualitätssiegel faire Zeitarbeit ausgezeichnet. Mit diesem anerkannten Nachweis signalisieren Sie Kunden und Bewerbern, dass sie die externen Mitarbeiter fair und korrekt behandeln und alle tariflichen und destzlichen Bestimmungen beachten.

ZDF Zoom dokumentiert mein Audit bei der Firma JOB Kontor GmbH in Hamburg: 
https://www.facebook.com/716880528430731/posts/2132692980182805/

KOMMENTAR

Sehr geehrte Damen und Herren,

der von „ZDF Zoom“ gesendete Beitrag zur Zeitarbeit trifft wieder einmal genau den wunden Punkt. Zeitarbeitnehmer bzw.ehemalige Vorgesetzte berichten in dem Beitrag, wie sie das Personal wider besseren Wissens,
um den ihnen zustehenden Lohn sowie anderer zustehender Leistungen gebracht haben.

Die großen Parteien brauchen sich nicht wundern, wenn die Wähler nicht mehr bereit sind sie zu wählen. Wer bei solchen bekannten Mißständen nur zusieht, oder die vorhandenen Probleme verniedlicht, braucht sich nicht wundern, wenn der Wählerzuspruch nur bei anderen Parteien in Erfüllung geht.

Der Beitrag des IGZ- Vorstandsmitgliedes, Manuela Schwarz, in Ehren, nur muß sie sich hinterfragen, ob sie ihre Fachkenntnisse dem falschen Verband zur Verfügung stellt. Als Vorstandsmitglied sollte man darauf hinarbeiten, dass solche Zustände bei den Verbandsmitgliedern
auszuschließen sind.

Dass in dem Fernsehbeitrag auch über die negative Seite der Zeitarbeit berichtet wird sollte schon hingenommen werden, schließlich wurde durch belegte Fakten dargelegt, dass bei manchen Zeitarbeitsunternehmen, zum Schaden der Zeitarbeitnehmer, gemauschelt wird. Es dürfte sicher sein,
dass dies noch nicht der letzte Beitrag zu diesem Thema war.

Solange ein Qualitätssiegel zur Zeitarbeit nicht zur Verpflichtung für Zeitarbeitsunternehmen wird, sind solche Zustände auch in Zukunft nicht auszuschließen.

Freundliche Grüsse
Dieter Hildner

07 Mai 2019

Worauf bei Sachgrundbefristungen zu achten ist

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Noch in diesem Jahr soll ein Gesetz verabschiedet werden, dass sachgrundlose Befristungen einschränkt. Bei Unternehmen mit mehr als 75 Beschäftigten dürfen zukünftig nur noch 2,5 % der Arbeitsverträge zeitlich befristet sein.

Denkbare Ausweichstrategien, hin zu Sachgrundbefristungen, sind jedoch nicht zielführend. Soll ein Arbeitsverhältnis befristet abgeschlossen werden, ist für die Zeitarbeit nur ein einziger Sachgrund anerkannt: der „in der Person des Arbeitnehmers liegende Grund“ gemäß § 14 Abs. 1 Nr. 6 TzBfG.

Die Prüfer der Bundesagentur verlangen neuerdings die schriftliche Angabe eines individuellen Grundes, warum der Arbeitnehmer nicht unbefristet angestellt werden möchte. Dieser Grund muss zusätzlich zur Angabe, dass er eine unbefristete Anstellung ablehnt, vom Arbeitnehmer handschriftlich im Arbeitsvertrag aufgeführt werden.

Bei einem befristeten Arbeitsvertrag gilt übrigens gem. § 14 Abs. 4 TzBfG ausschließlich die Schriftform. Fehlt eine der beiden Unterschriften oder wird die Befristung nur mündlich vereinbart, ist diese nichtig.

03 Mai 2019

Sicher die gesetzliche Gleichstellung umsetzen

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Bei der gesetzlichen Gleichstellung gibt es einen Interpretationsstreit über die Bestandteile der nach 9 Einsatzmonaten gesetzlich geforderten Gleichstellung. Der Gesetzgeber hat sich nicht explizit festgelegt, sondern auf BAG Urteile zu diesem Thema bezogen (z.B. BAG vom 13, März 2013 5 AZR 294/12).

Der Streitpunkt ist, ob der Urlaubsanspruch des vergleichbaren Stammarbeitnehmers bei der Gleichstellung berücksichtigt werden muss. Die Mehrheit der sich äußernden Berater sagt nein. Der Unterzeichner vertritt begründet die gegenteilige Ansicht, die auch der Prüfpraxis der BA entspricht. Die BA hat als Hilfestellung für Personaldienstleister ein Formblatt über die zu erfragenden wesentlichen Bedingungen der Gleichstellung erstellt.

Bei unserer Kundenberatung geht es immer um den Erhalt der Erlaubnis. Deshalb warten wir nicht eine mögliche neue Entscheidung des BAG zur Gleichstellung in etlichen Jahren ab. Bis dato kann eventuell wegen nicht korrekter Gleichstellung schon ein Bußgeld von 500.000 € verhängt oder die Erlaubnis entzogen worden sein.

Die Begründung der korrekten Gleichstellung finden Sie hier.