30 Mai 2018

Entsprechen die Zeitarbeitstarifverträge dem novellierten AÜG?

Keine Kommentare Personaldienstleistung


Das novellierte AÜG sieht grundsätzlich vor, dass ein überlassener Arbeitnehmer während der Überlassung mit einem vergleichbaren Stammarbeiter des Kunden bei den wesentlichen Arbeitsbedingungen einschließlich des Arbeitsentgelts gleichzustellen ist. Die wesentlichen Arbeitsbedingungen sind insbesondere Arbeitsentgelt und Arbeitszeit (einschließlich Überstunden, Pausen, Ruhezeiten, Nachtarbeit, Urlaub, arbeitsfreie Tage)“. Das wird gemeinhin als Equal Treatment bezeichnet.

Wenn ein einschlägiger Zeitarbeitstarifvertrag vorliegt, ist per Gesetz ein Abweichen vom Gleichstellungsgrundsatz nur beim Arbeitsentgelt für 9 Einsatzmonate zulässig (soweit kein Branchenzuschlagstarif greift). Zeitlich ist die Ausnahme auf 9 Monate beschränkt. Inhaltlich bedeutet das, dass nur tarifliche Regelungen beim Arbeitsentgelt möglich sind. Alle anderen Elemente des Gleichstellungsgrundsatzes dürften somit nicht tariflich geregelt werden.

Die seit mehreren Jahren bestehenden wesentlichen Manteltarifverträge des BAPiGZ und des tarifplus+ regeln jedoch mehr als das Arbeitsentgelt. Hier müssten die bestehenden tariflichen Regelungen der novellierten Gesetzgebung angepasst werden.

Verfasst von
Der Autor hat noch keine Informationen in seinem Profil hinterlegt.
Keine Antworten auf “Entsprechen die Zeitarbeitstarifverträge dem novellierten AÜG?”

Antwort verfassen