20 Jan 2019

Das Märchen von der Sicherheit von Unbedenklichkeitsbescheinigungen

Keine Kommentare Personaldienstleistung

In der Personaldienstleistung wird häufig behauptet,

  • dass eine Unbedenklichkeitsbescheinigung (UB) bestätigt, dass der Arbeitnehmer seiner Sozialversicherungspflicht korrekt nachgekommen ist,
  • dass er alle gesetzlich vorgeschriebenen Abgaben vollständig und zeitig ausgeführt hat,
  • dass keinerlei Beitragsrückstände vorliegen und die Melde- und Nachweispflichten bestehen,
  • dass durch eine UB Risiken der Durchgriffshaftung minimiert werden,
  • dass eine UB ein wesentlicher Compliance-Pfeiler sei.

Sind alle diese Werbeaussagen belastbar? Ein Faktencheck:

Die gesetzlichen Grundlagen:

  • Ver- und Entleiher gemeinsam für die korrekte und vollständige Abführung der Sozialversicherungsbeiträge verantwortlich (§28 SGB IV). Im Falle einer Insolvenz des Verleihers kommt der Entleiher für die nicht gezahlten SV-Beiträge auf.
  • SV-Beiträge sind nach dem Entstehungsprinzip zu zahlen. Das heißt, mitden  Lohnabrechnungen müssen seitens des Verleihers alle tariflichen und gesetzlichen Ansprüche der Beschäftigten korrekt und vollständig abgegolten und die daraus resultierende SV Beiträge abgeführt werden.

Was bescheinigt eine übliche UB?

  • Die UB bescheinigt nur, dass die Firma ein Beitragskonto bei der Krankenkasse hat,
  • dass keine offenen Forderungen bestehen,
  • das diese UB keine Bestätigung über die Vollständigkeit und Richtigkeit der eingereichten Beitragsnachweise ist.

Was wird nicht bescheinigt

  • Es bescheinigt nicht, dass eingesetzte Mitarbeiter/innen des Verleihers dort versichert sind,
  • es wird nicht dokumentiert, dass eingesetzte Mitarbeiter/innen überhaupt versichert sind,
  • die Korrektheit und Vollständigkeit der nach dem Entstehungsprinzip abgeführten SV-Beiträge des Dienstleisters,
  • der Schutz vor Durchgriffshaftung,
  • dass die UB ein wesentlicher Compliance-Pfeiler ist.

Mögliche Maßnamen zur Sicherheit beim Thema  Durchgriffshaftung bei der Sozialversicherung Weiterlesen

15 Jan 2019

Keine Änderung der Höchstüberlassung sondern Neuregelung der Befristung

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Die vom Randstad – Betriebsrat  initiierte Petition ist gescheitert. Die verwendeten Argumente sind bei der Politik weitgehend auf  Unverständnis gestoßen. Im Gegensatz zur Argumentation der Randstad-Petition zur Abschaffung der 18 Monate Höchstüberlassung fokussiert sich die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD im Bundestag, Kerstin Tack auf das Thema die Einschränkung der Befristungen.

Ich teile jedoch die geschilderte Kritik, dass Zeit- und Leiharbeiter bei einer Übernahme zum Teil aus einem un- in ein befristetes Arbeitsverhältnis wechseln. Die Antwort darauf ist jedoch nicht die Höchstüberlassungsdauer abzuschaffen, sondern die Möglichkeiten der befristeten Beschäftigung zu reduzieren. Genau dies hat die SPD in den Koalitionsverhandlungen auch durchgesetzt. Sachgrundlose Befristungen werden wieder zur Ausnahme und endlose Kettenbefristungen abgeschafft. Hierzu wird Bundesarbeitsminister Hubertus Heil in diesem Jahr einen Gesetzesentwurf vorlegen.“ (Quelle WiWo)

Vereinbarungen im Koalitionsvertrag:

„Wir wollen den Missbrauch bei den Befristungen abschaffen. Deshalb dürfen Arbeitgeber mit mehr als 75 Beschäftigten nur noch maximal 2,5 Prozent der Belegschaft sachgrundlos befristen. Bei Überschreiten dieser Quote gilt jedes weitere sachgrundlos befristete Arbeitsverhältnis als unbefristet zustande gekommen. Die Quote ist jeweils auf den Zeitpunkt der letzten Einstellung ohne Sachgrund zu beziehen.
Wir wollen nicht länger unendlich lange Ketten von befristeten Arbeitsverhältnissen hinnehmen. Eine Befristung eines Arbeitsverhältnisses ist dann nicht zulässig, wenn mit demselben Arbeitgeber bereits zuvor ein unbefristetes oder ein oder mehrere befristete Arbeitsverhältnisse mit einer Gesamtdauer von fünf oder mehr Jahren be-standen haben.
Auf die Höchstdauer von fünf Jahren wird bzw. werden auch eine oder mehrere vorherige Entleihung(en) des nunmehr befristet eingestellten Arbeitnehmers durch ein oder mehrere Verleihunternehmen angerechnet. Ein erneutes befristetes Arbeitsverhältnis mit demselben Arbeitgeber ist erst nach Ablauf einer Karenzzeit von drei Jahren möglich.“

08 Jan 2019

Start des Umfrageprojekts BEST RATED COMPANIES

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Nach den bisherigen repräsentativen Ergebnissen der vergangenen Jahre werden wir das Umfrageprojekt 
BEST RATET COMPANIES – externe Mitarbeiter/innen der Personaldienstleistung bewerten ihren Arbeitgeber in der Zeit zwischen dem 01.02. – 31.05.2019 wieder durchführen. 

Der positiven Ruf eines Unternehmens ist wichtig für einen nachhaltigen Erfolg. Ein tragender Pfeiler sind dabei die extern Beschäftigten. Positive Werbeaussagen über ein Unternehmen gibt es viele, die Belastbarkeit solcher Aussagen ist häufig gering. Durch Testimonials (neutrale Bewertung) wird  eine hohe Glaubwürdigkeit erreicht. Dazu trägt unsere Umfrage bei.

Wer zum Beispiel dem Bewerbermangel nachhaltig begegnen will, sollte vermeiden, ein Arbeitgeberbild aufzubauen, welches zwar auf den ersten Blick (vermeintlich) sexy ist, aber auf den zweiten Blick einer kritischen Prüfung nicht standhält. Das Bild des Unternehmens muss glaubwürdig sein und sollte transparent dokumentiert werden, das erhöht die Glaubwürdigkeit.

Teilnahmebedingungen und weitere Informationen über den Ablauf finden Sie hier.