20 Mrz 2019

Bundesagentur für Arbeit – Zahlen zur Zeitarbeit

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Die Unternehmen

Im Juni 2018 gab es in Deutschland 52.300 Erlaubnisinhaber.Im Vergleich zum Vorjahr ist ihre Anzahl um 400 (-0,8 Prozent) gesunken. Von allen Erlaubnisinhabern hatten 11.700 den Schwerpunkt Arbeitnehmerüberlassung, 200 (+2,0 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Mischbetriebe hat sich dagegen um 600 (-1,5 Prozent) auf 40.600 verringert. Gut drei Viertel aller Zeitarbeitsbetriebe beschäftigten weniger als zehn Leiharbeitnehmer. In 19 Prozent der Betriebe arbeiteten 10 bis 99 Zeitarbeitnehmer und fünf Prozent beschäftigten 100 oder mehr Zeitarbeitnehmer.

Die Beschäftigungsarten

Im gleitenden Jahresdurchschnitt Juli 2017 bis Juni 2018 waren 1,04 Millionen Zeitarbeitnehmer in Deutschland entweder sozialversicherungspflichtig oder ausschließlich geringfügig beschäftigt. Der Anteil der Zeitarbeitnehmer an der Gesamtbeschäftigung beträgt nach wie vor weniger als drei Prozent. Im gleitenden Jahresdurchschnitt Juli 2017 bis Juni 2018 waren 84 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Zeitarbeitnehmer (809.000 Beschäftigte) vollzeitbeschäftigt und 16 Prozent (155.000) teilzeitbeschäftigt,1.000 Personen waren ausschließlich geringfügig beschäftigt.

Die Beschäftigungsdauer

Im ersten Halbjahr 2018 wurden 777.000 neue Zeitarbeitsverhältnisse abgeschlossen und 776.000 beendet. Dies bezeichnet die Bundesagentur für Arbeit als „hohe Dynamik“. Da fast die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse bereits nach einem bis drei Monaten enden, entsteht ein Drehtüreffekt zwischen dem Arbeitsamt/Jobcenter und den Zeitarbeitsfirmen. Selbst wenn Einsätze mit Branchen-zuschlägen zu einer besseren Bezahlung führen könnten, haben die Hälfte der Beschäftigten durch die kurze Beschäftigungszeit nichts davon.

Bei insgesamt 68% der Arbeitnehmer ist die Beschäftigung vor Ablauf des 9. Monats wieder beendet. Die Einführung der gesetzlichen Gleichstellung mit den Stammbeschäftigten  als Weg zu besseren Bezahlung in der letzten AÜG-Novelle bleibt für mehr als 2/3 der Beschäftigten wirkungslos. Bei den bestehenden Arbeitsverhältnissen haben 32 % der Arbeitnehmer ein Beschäftigungsverhältnis von 18 und mehr Monate. Weiterlesen

15 Mrz 2019

Was bedeutet verantwortliches unternehmerisches Handeln in der Personaldienstleistung

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Der Begriff Corporate Social Responsibility (CSR) steht für glaubhaftes verantwortliches unternehmerisches Handeln in der eigentlichen Geschäftstätigkeit (Markt), über ökologisch relevante Aspekte (Umwelt) bis hin zu den Beziehungen mit Mitarbeitern (Arbeitsplatz) und dem Austausch mit den relevanten Anspruchs- bzw. Interessengruppen (Stakeholdern).

Archie B. Carroll teilt gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in vier Ebenen:

  1. Die ökonomische Verantwortung besagt, ein Unternehmen müsse mindestens kostendeckend wirtschaften.
  2. Gesetzliche Verantwortung besagt, ein Unternehmen dürfe keinen illegalen Tätigkeiten nachgehen und die gesetzlichen Bestimmungen befolgen muss.
  3. Ethische Verantwortung beschreibt die Anforderung an das Unternehmen, fair und ethisch über die bestehenden Gesetze hinaus zu handeln.
  4. Die vierte Ebene wird als philanthropische Verantwortung bezeichnet, sie beschreibt karitatives gesellschaftliches Engagement über die gesellschaftlichen Erwartungen hinaus.

Das bedeutet für die Personaldienstleistung

Die Basisebene:

Ökonomisch Arbeite mindestens kostendeckend und sorge nachhaltig für den Fortbestand des Unternehmens.

Legal Halte nachweislich Gesetze und tarifliche Regeln, besonders in Bezug auf die Beschäftigten, ein (Compliance).


Ethisch Handel ethisch korrekt gegenüber Kunden und Lieferanten.

Philanthropisch Engagiere dich karitativ / Gesellschaftlich nach aussen.

Mittelfristig erscheint es für eine glaubwürdige CSR unabdingbar, statt punktueller Aktivitäten und nebensächlicher Projekte, die tatsächliche strategische Verankerung im Kerngeschäft und die Neuausrichtung des Geschäftsmodells zu erreichen (Wikipedia). Wer sich mit CSR in der Außendarstellung beschäftigt ohne das Thema Compliance zu berücksichtigen, ist nach allgemeiner Auffassung nicht glaubwürdig! 

Von Unternehmen wird heute nicht nur erwartet, dass sie sich zu ihrer sozialen Verantwortung verbal bekennten, sondern ebenso den belastbaren Nachweis erbringen, dass sie dieser auch gerecht werden.

Fazit:

Nur eine transparente, verantwortungsvolle, authentische und nachhaltige Unternehmensführung sowohl nach Innen wie nach Aussen schafft Vertrauen. 

Mitarbeiter, Kunden, Bewerber und Stakeholder erkennen schnell, dass CSR-Engagement nach Außen, gepaart mit schlechten Arbeitsbedingungen und fehlender Regelkonformität im Unternehmen nur als Feigenblatt anzusehen ist.


21 Feb 2019

Zeitarbeitseinsatz bei Streiks kann teuer werden

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Im öffentlichen Dienst gibt es momentan eine Vielzahl von Warnstreiks. Für Entleiher besteht beim Einsatz von Zeitarbeit ein hohes Risiko. Im Rahmen der Tarifautonomie ist das Mittel „Streik“ zur Durchsetzung tariflicher Forderungen ein hohes, schützenswertes Gut. Eingesetzte Zeitarbeitnehmer dürfen nicht bei Streiks eingesetzt werden. Wenn doch, kann das teuer werden!

Seit dem 01.04.2017 ist das Einsatzverbot auch im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) in § 11 (5) kodifiziert. Das Verbot des § 11 Abs. 5 Satz 1 ist an den Entleiher gerichtet. Dieser darf Leiharbeitnehmer im Grundsatz nicht in einem bestreikten Betrieb einsetzen. Das Einsatzverbot bezieht sich sowohl auf nach Beginn des Arbeitskampfes entliehene als auch auf Leiharbeitnehmer, die bereits zu Beginn des Arbeitskampfes bei dem Entleiher tätig waren. Ausgenommen ist der mit der örtlichen Streikleitung vereinbarte Notdienst mit im Vorfeld schriftlich benannten Leiharbeitnehmern.

Was passiert, wenn gegen dieses Verbot verstoßen wird?

Neben dem Bußgeld bis zu 500.000,00 € für den Entleiher, sind erlaubnisrechtliche Konsequenzen über die Zuverlässigkeitsprüfung für den Verleiher möglich (Entzug der Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung), wenn dem Erlaubnisinhaber bekannt war, dass die überlassenen Leiharbeitnehmer in einem bestreikten Betrieb eingesetzt wurden.