30 Aug 2018

Zweites BAG – Urteil zu Branchenzuschlagstarifen

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Am 22.02.2017 hatte das BAG ( 5 AZR 553/14, 5 AZR 554/14, 5 AZR 555/14 )entschieden, dass Branchenzuschläge (BZ) im M+E Bereich auch für Hilfs- und Nebenbetriebe gelten, wenn diese überwiegend oder ausschließlich für einen Hauptbetrieb der Automobilindustrie tätig sind. Für industriellen Branchen mit tariflich geregelten BZ hat dieses Urteil durchaus Relevanz. Damit ist die seit 2012 von mir vertretende Auslegung des BZ M+E vom BAG bestätigt worden.

Nun hat das BAG im Urteil vom 21.03.2018 (5 AZR 862/16) klargestellt, dass die zeitliche Zählweise bei Einsätzen in Unternehmen mit BZ nicht der Zählweise des AÜGs entspricht.

Für die Berechnung der Überlassungshöchstdauer sind nur ab dem 1. April 2017 zurückgelegte Einsatzzeiten heranzuziehen“ (Geschäftsanweisung zur Umsetzung des AÜGs § 1.2.Satz 2). Dabei ist für die Bestimmung der Überlassungsdauer „die vertragliche Vereinbarung der Überlassung zwischen Verleiher und Entleiher maßgeblich“ (Geschäftsanweisung zur Umsetzung des AÜGs § 1.2.1 Satz 1).

Gleiches gilt für die gesetzliche Gleichstellung nach 9 Monaten. „Für die Berechnung des 9-Monats-Zeitraums sind nur ab dem 1. April 2017 zurückgelegte Überlassungszeitenmaßgeblich“ (Geschäftsanweisung zur Umsetzung des AÜGs § 8.4.(2) Satz 3).

Das BAG hat nun entschieden, dass bei Branchenzuschlagstarifen nicht ausschließlichen die Einsatzzeiten, sondern die fortlaufende Einsatzzeit für die schrittweise Heranführung an das Vergleichsentgelt des Entleihers zählt. Erst bei einer Unterbrechung von mehr als 3 Monaten und einem Tag, beginnt gemäß BZ eine neue Zeitzählung.

Auf diese unterschiedliche Berechnung habe ich schon in meinen Seminaren seit Anfang 2017 hingewiesen

Norbert Fuhrmann

Bestellter Sachverständiger                                                                                                                                    für Personaldienstleistungen

18 Aug 2018

Gastbeitrag: Antwort auf die unsauberen Methoden der Dekra Arbeit

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Sehr geehrte Damen und Herren,

zahlreiche Unregelmäßigkeiten sind hier aufgeführt, die bei einem scheinbar renommierten Zeitarbeitsunternehmen, wie Dekra Arbeit, nicht vorkommen sollten. Die Firma verstößt gegen ihren selbst gegebenen Leitspruch, das ist schon extrem inaktzeptabel.

1200 Beschäftigte der Dekra Arbeit, die bei Mercedes Benz in Rastet eingesetzt waren, sind ständig sich wiederholenden Schikanen ausgesetzt gewesen. Die Verleihfirma weist nun sämtliche Vorwürfe zurück.
Mercedes Benz hat  deswegen eine Überprüfung der Vorfälle zugesagt.

Die Dekra Arbeit will sämtlichen Hinweisen über Unregelmäßigkeiten nachgehen und die Erkenntnisse ihrer Mitarbeiter in einen kontinuierlichen Optimierungsprozeß einfließen lassen. Die IG Metall wurde zu einem klärenden Gespräch eingeladen.

Bei 120 Befragungen von Dekra Mitarbeitern, durch die Gewerkschaft, hätten die Kollegen  von einem Klima der Angst berichtet, das bei der Dekra erzeugt werde.

Zeitarbeit ist ein attraktives Arbeitsverhältnis sei die Devise einer neuen Kampagne des IGZ. Dies ist bestimmt richtig, wenn man bei Problemen der Zeitarbeiter die Augen verschließt!

Freundliche Grüsse
Dieter Hildner

16 Aug 2018

Die unsauberen Methoden der Dekra

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Wer krank ist, der fliegt. Wer sich beklagt, fliegt. Sie werden um Arbeitsstunden und Urlaub betrogen. Doch wer zu oft nachfragt, fliegt. Unter den 1200 Leiharbeitern der Leihfirma DEKRA im Mercedes-Werk Rastatt herrscht ein Klima der Angst. Die IG Metall geht nun gemeinsam mit den DEKRA-Leiharbeitern die Missstände an.

Compliance, die Einhaltung von tariflichen und gesetzlichen Regeln, ist Dekra unbekannt.

Quelle: https://www.igmetall.de/skandal-bei-mercedes-in-rastatt-leiharbeiter-ausgebeutet-27505.htm