23. Oktober 2020
Die 2017 im Gesetz zur Arbeitnehmerüberlassung (AÜG) festgeschriebene wissenschaftliche Evaluation des IAW zur Wirksamkeit der gesetzlichen Neuregelungen findet momentan statt. Neben Gesprächen mit einschlägigen Experten und Expertinnen (hierzu zählt auch der Unterzeichner) werden auch wissenschaftlichen Interviews mit Vertreter/innen von Verleih- und Entleihunternehmen sowie mit beschäftigten Zeitarbeitnehmer/innen. Ebenfalls finden auch Interviews mit Arbeitgeberverbänden und...

01. September 2020
Einsätze, die auf Grundlage einer Rahmenvereinbarung mit Arbeitnehmern geschlossen werden und durch einsatzbezogene, sachgrundbefristete Arbeitsverträge deckungsgleich mit einzelnen zeitgeringfügigen Überlassungen (oftmals auf einen Tag und im Bereich der Minijobs beschränkt) einhergehen, können zum Verlust oder zur Ablehnung einer Verlängerung einer befristeten AÜ- Erlaubnis (wegen Unzuverlässigkeit) führen. Im konkreten Fall hat das LSG Mecklenburg-Vorpommern bestätigt, dass der...

29. August 2020
In der Geschäftsanweisung zum AÜG gilt bisher die Regelung: "Für die Bestimmung der Überlassungsdauer ist die vertragliche Vereinbarung der Überlassung zwischen Verleiher und Entleiher maßgeblich. Auf die arbeitszeitliche Ausgestaltung der Tätigkeit des Leiharbeitnehmers im Betrieb des Entleihers kommt es dagegen nicht an." Das bedeutete, dass Schließung, Änderungen und Beendigung von Überlassungen nur zwischen den Ver und Entleihern dokumentiert werden mussten. Bei...

12. August 2020
Medwing, gegründet 2017, ist als Verleiher und Vermittler im Gesundheits- und Pflegebereich deutschlandweit tätig. Als Startup-Unternehmen hatte es ca. 28 Mio. Euro von Investoren eingesammelt. In der ersten Jahren wurden Verluste von ca. 2,5 Mio € erwirtschaftet. Inzwischen hat Medwing die Vermittlungs- und Verwaltungsplattform für medizinisches Personal insitu übernommen. Insitu bietet Ver- und Entleihern eine Matchingplattform für schnelle kurzfristige Ersatzeinsätze von...

08. August 2020
Seit 1971 gilt im deutschen Sozialversicherungsrecht die Mithaftung des Entleihers für die korrekte Berechnung und Abführung gesetzlichen Unfall- und Sozialversicherung. Zwar schuldet die Sozialversicherungsbeiträge in erster Linie der Verleiher, weil er der Arbeitgeber ist. Der Entleiher kann aber gemäß § 28e Abs. 2 SGB IV ebenfalls für diese haftbar gemacht und in Anspruch genommen werden. Er haftet also wie ein Bürge für die SV - Abgaben (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile) der...

27. Juli 2020
Die Bundesagentur für Arbeit hat die Zeitarbeit für das 2. Halbjahr 2019 veröffentlicht. Damit ergibt sich für 2019 folgendes Bild: Im gesamten Jahr 2019 waren durchschnittlich ca. 830 Tausend Mitarbeiter/innen in der Zeitarbeit beschäftigt. Im Vergleich zu 2018 sank die Beschäftigtenzahl um 10,85 %. Vergleicht man den Durchschnittswert der Branche mit dem der 10 größten Zeitarbeitsunternehmen, so sind diese mit durchschnittlich -12,2 % stärker geschrumpft. Die Beschäftigungsdauer der...

20. Juli 2020
Vor 3 Jahren starteten wir unser Compliance-Projekt scan4safety. Wir auditierten im Vorfeld einer Prüfung der Aufsichtsbehörden die Unterlagen und begleiteten das jeweilige Unternehmen während einer Prüfung. Unser Voraudit umfasste alle relevanten Kriterien einer Prüfung durch die Aufsichts-behörden. Der Erfolg unserer Kunden bestätigt unser Konzept. Alle mehr als 30 von uns begleiteten BA-Prüfungen sind ohne Beanstandungen durch die Aufsichtsbehörden verlaufen. Darunter befanden sich...

13. Juli 2020
Zur Abgrenzung zwischen Werk- bzw. Dienstverträgen und der Arbeitnehmerüberlassung wurde in der letzten Novellierung des AÜG die Offenlegung der jeweiligen Vertragsverhältnisse definiert. Ein Arbeitnehmerüberlassungsvertrag bedarf immer der Schriftform und muss nachweislich vor Beginn einer Überlassung manuell oder mit qualifizierten elektronischen Signatur nach dem Signaturgesetz unterzeichnet werden. Ist das nicht der Fall, wird der Einsatz als illegale Überlassung gewertet. Das...
02. Juli 2020
Die Durchschnittberechnung wird bei den Tarifverträgen BAP/iGZ in mehreren Stufen beschrieben. Dabei wird der Durchschnitt des Stunden- und des Geldfaktors für Normal- und Überstunden ermittelt und addiert und mit 65 Tagen multipliziert. Die daraus resultierende Dreimonats-Summe wird dann wieder durch 65 Tage geteilt, um einen Tagessatz zu bekommen. Dieser umständliche Ansatz erinnert mich an das Lied „Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche ziehen...“. Die gesetzliche Grundlage ist...
29. Juni 2020
Tarifverhandlungen bedürfen einer sorgfältigen und klugen Vorbereitung, um sie professionell führen zu können. Eigene Ziele und die Verhandlungsstrategie müssen klar und eindeutig definiert werden. Die Wirkung von Entgelterhöhungen sind leicht nachvollziehbar. Auswirkungen für die Praxis durch Regelungen im Mantel- oder Entgeltrahmentarfverträgen sind dagegen von Nichtprofis kaum erkennbar. Fehlt es in den Verhandlungen an Tarifexperten mit Erfahrungen aus der Praxis, wird es für die...

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