Archiv: Verbände

04 Okt 2017

Tarifverhandlungen unter Zeitdruck sind selten erfolgreich

1 Kommentar Tarife, Verbände, wirtschaftlicher Erfolg

Auf den „letzten Drücker“ – kurz vor dem Auslaufen der Verträge – hat die Tarifgemeinschaft VGZ der Verbände BAP/iGZ noch Anpassung der Tarife an das neue AÜG erreicht.  Es war fast ein Jahr Zeit, um die Tarife über Branchenzuschläge (BZ) an das neue AÜG anzupassen.  Erfahrungsgemäß sind Verhandlungen unter Zeitdruck selten erfolgreich. Das zeigen einige erzielte Ergebnisse: 

Bei den BZ-Verträgen (z.B. M+E, Holz-Kunststoff, Textil und Bekleidung) wurde auf Druck der IG Metall die erstmalige Gleichstellung (ab 16. Einsatzmonat) auf den 01.01.2018 vorverlegt. Die Verhandler der Tarifgemeinschaft TQZ (tarifplus+)  agierten professionell und  ohne Zeitdruck. Ihr Ergebnis: Bei den BZ-Tarifen in der Holz/Kunststoff- und Textil- und Bekleidungs-industrie wurde die erstmalige Gleichstellung zum 01.07.2018 und in der M+E Industrie zum  01.04.2018 mit der IG Metall tariflich vereinbart.

 

28 Sep 2017

Stichtag 01.10.2017 in der Zeitarbeit

Keine Kommentare Tarife, Verbände

Am 30.09.2017 laufen alle Branchenzuschlagstarife der Verbände BAP und iGZ ohne Nachwirkung aus, wenn die zuständigen Tarifpartner noch keinen wirksamen Abschluss in Bezug Anpassung an das neue AÜG erzielt haben. Hintergrund sind die in der Vergangenheit getroffenen deckungsgleichen Vereinbarungen in den jeweiligen Tarifverträgen.

Zitat: „Ändern sich wesentliche gesetzliche Rahmenbedingungen der Zeitarbeit (insbesondere Regelungen zur Vergütung), nehmen die Tarifvertragsparteien unverzüglich Verhandlungen mit dem Ziel auf, eine mögliche Fortführung unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Änderungen zu prüfen und zu vereinbaren. Führen diese 6 Monate nach In-Kraft-Treten der gesetzlichen Änderungen nicht zu einer entsprechenden Regelung tritt dieser Tarifvertrag mit Ablauf der sechs Monate ohne Nachwirkung außer Kraft.

Da das neue AÜG am 01.04.2017 in Kraft getreten war, endet die 6 Monatsfrist am 30.09.2017. Ab dem 01.10.2017 gibt es in den Fällen ohne Anpassung an das neue AÜG keine wirksamen BZ-Tarife mehr.

Zwei Branchenzuschlagstarife (M+E und Chemie) der Verbände sind Stand Anfang September  – an das neue AÜG angepasst – in Kraft getreten, einer (Holz-Kunststoff) ist in der Schwebe, da ein Teil der Gewerkschaft dem Verhandlungsergebnis widersprochen hat.

Seit September 2016 war bekannt, dass das neue AÜG zum 01.04.2017 in Kraft tritt. Für die Anpassung der 12 BZ- Tarifverträge gab es den Zeitraum von 12 Monate, um den Zeitarbeitsfirmen rechts- und zukunftssicher die Rahmenbedingungen an die Hand zu geben. Kurz vor Ende der Frist wurden nun bei den Verbänden 8 weitere Tarifverträge abgeschlossen. Somit wurden 10 von 11 bestehenden dem neuen AÜG angepaßt.

Da für die Tarifgemeinschaft TQZ  Branchenzuschläge die Regelungen des neuen AÜGs  vereinfachen, wurden im Frühjahr 2017 6 weitere BZ-Tarifverträge abgeschlossen. Inzwischen wurden in 16 von 17 Branchen Zuschlagstarifverträgen im Tarifwerk tarifplus+  an das neue AÜG wirksam angepasst. Das bedeutet Planungssicherheit für die Anwender. 

10 Apr 2017

Zeitarbeitsverbände sorgen dafür, dass der TV-LeiZ nicht in Kraft tritt

1 Kommentar Tarife, Verbände

Die Erklärungsfrist beim TV-LeiZ ist nun wieder um einen weiteren Monat, bis zum 30.04.2017, verlängert worden. Das überrascht viele in der Branche. Die Erklärung ist ganz einfach: Der M+E Branchenzuschlags-TV – verhandelt von BAP und iGZ mit der IG Metall – und der TV LeiZ  – verhandelt zwischen den M+E Arbeitgebern und der IG Metall – werden als Paket behandelt. Gibt es bei einem der beiden Tarifverträge kein Anpassungs-ergebnis, so laufen beide Tarifverträge ohne Nachwirkung dieses Jahr aus.

Die M+E Arbeitgebern und der IG Metall sind sich in Bezug auf die zu verändernden Punkte beim TV LeiZ  im Rahmen des neuen AÜGs längst einig. Nur die Zeitarbeitsverbände BAP und iGZ kommen bisher zu keinem Ergebnis.

Der Ball liegt  also im Tarif-Feld der Verbände. Wenn dieser verspielt wird, dann gibt es für beide auslaufenden Verträge keine Nachwirkung und für die Anwender der Verbandstarife nach 9 Monaten gesetzliches Equal Treatment im M+E Bereich.

Dagegen hat die Tarifgemeinschaft Zeitarbeit TQZ in ihrem tarifplus+ schon im Januar einen veränderten Branchenzuschlag M+E mit der IG Metall abgeschlossen. Auch durch die seit Anfang 2015 bestehende Tarifregelungen zu maximalen Einsatzzeit sind die TQZ-Mitgliedsfirmen bestens aufgestellt.

03 Nov 2014

Tarifliche Regelung der Zeitarbeit können bestehen bleiben

Keine Kommentare Politik, Verbände

Die bestehenden Tarifverträge der VGZ zu Branchenzuschlägen regeln in einigen Branchen die stufenweise Anpassung der Löhne in der Zeitarbeit an die der Mitarbeiter im Entleihbetrieb in einem Zeitraum bis zu Beginn des 9.Monats. Diese tarifliche Regelung in der Zeitarbeit wird allseits positiv begrüßt.

Bisherige Branchenzuschlagstarife sind nicht von einer gesetzlichen Regelung betroffen

Sollte nach 9 Monaten ein Equal Pay auf der Basis von Stundenlöhnen eingeführt werden, wird faktisch Rücksicht auf die tarifliche Anpassungsregelungen der BZ-TVs bis zu Beginn des 9.Monats genommen. Es wird somit durch eine gesetzliche Regelung kein VGZ – Branchen-TV beeinträchtigt oder gar aufgehoben. Sicher wird das Gesetz nicht mit einem „Verbot“ für weitere Branchenzuschlagstarife ausgestattet werden. Einzig die Branchenzuschlagsregelungen des alternativen Tarifvertrags tarifplus+ würden durch eine  gesetzliche Regelung beeinflusst. Hier müssten Tarifverhandlungen über die weitere Vorgehensweise geführt werden.

Weitere Branchenzuschlagstarife möglich

Es wird weiterhin die Möglichkeit für tarifliche Regelungen – insb. Branchenzuschlagstarife – bestehen. Wie üblich werden gesetzliche Regelungen immer die untere Grenze definieren. Tarifliche und betriebliche Besserstellungen sind in Deutschland an der Tagesordnung und werden sicher  nicht eingeschränkt.

Einführung einer maximalen Überlassungsdauer bringt Rechtssicherheit

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19 Sep 2014

Anmerkungen zur Diskussion über die gesetzlich zu regelnde Anpassung des Arbeitsentgelts von Zeitarbeitnehmer nach 9 Monaten

Keine Kommentare Politik, Verbände

Im Koalitionsvertrag ist vorgesehen, Zeitarbeitnehmer spätestens nach 9 Monaten hinsichtlich des Arbeitsentgelts mit vergleichbaren Stammmitarbeitern gleichzustellen. Das Thema ist nicht neu. Schon Ende 2011 forderte Frau Ministerin von der Leyen gleiche Löhne für Zeitarbeitnehmer und Stammbelegschaft (http://www.n-tv.de/politik/Von-der-Leyen-fordert-Equal-Pay-article5041266.html). Zunächst sollten die Tarifpartner dies für die Branche regeln, sonst würde die Politik eingreifen. Nachdem nun der Gesetzgeber eine Regelung zum Equal Pay schaffen will, versuchen die Verbände BAP und iGZ in einem gemeinsamen Positionspapier die damit verbunden Entgelterhöhung zu verhindern.

BAP und iGZ meinen in Ihrem Positionspapier, dass eine solche Anpassung nicht mehr nötig sei

Die These der Verbände: „Diese Forderung ist in der vergangenen Legislaturperiode bereits durch die Tarifparteien  für die Branchen erfüllt worden, in denen es signifikante Abweichungen bei den Entgelten gegeben hat.Für 12 Branchen regeln sich mit den DGB – Gewerkschaften abgeschlossene Branchenzuschlagstarifverträge eine stufenweise Angleichung der Entgelte.“

Für die restlichen Branchen, in denen überlassen wird, sind jedoch keine tariflichen Regelungen erfolgt. Da behaupten die Verbände: „Für die hiervon nicht erfassten Arbeitsverhältnisse gilt zumeist , dass die Zeitarbeitnehmer schon heute mehr oder gleiches Entgelt, wie vergleichbare Stammmitarbeiter im Einsatzbetrieb.“ (Quelle: Positionspapier http://ow.ly/BFP13)

Treffen diese Thesen zu oder führen sie in die Irre? Ein „Faktencheck“ hilft hier weiter

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