01 Apr 2015

Unternehmerische Verantwortung umfasst Compliance und Corporate Social Responsibility (CSR) als komplementäre Bereiche

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Compliance bedeutet, dass die Einhaltung der gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen, sowie der unternehmensinternen Richtlinien und Werten im Unternehmen sichergestellt werden. Compliance ist also die Basis für seriöses unternehmerisches Handeln.

CSR steht für sozial verantwortliches unternehmerisches Handeln in der eigentlichen Geschäftstätigkeit (Bewerber, Mitarbeiter , Lieferanten und Kunden) ergänzt um ökologisch relevante Aspekte. CSR steht aber auch für den verantwortlichen, konstruktiven und lösungsorientierten Dialog mit den relevanten Anspruchs- bzw. Interessengruppen (z.B. Sozialpartner, Politik, Öffentlichkeit).

Leider findet man in der Branche Lippenbekenntnisse zu einem CSR-Engagement, die sich z.B. auf Spenden beziehen oder die „Talente der Mitarbeiter fördert“. Wertet man dann die vorhandenen Beschwerdehotlines aus, stellt man fest, dass in der Realität Tarife und Gesetze nicht eingehalten werden. Der 12. AÜ- Bericht der Bundesregierung macht die Compliance-Probleme der Branche deutlich. 77,8 % ( 8.610 Firmen) der in der im Zeitraum 2009 bis 2012 von der Aufsichtsbehörde geprüften Unternehmen haben gegen Gesetze und Tarife verstoßen. Für Kunden, Bewerber und Öffentlichkeit ist ohne Differenzierung schwer nachzuvollziehen, welche Unternehmen seriös arbeiten und Compliance – Regeln einhalten.

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06 Feb 2015

Gibt es ein Mindestlohn – „Bürokratiemonster“ ? – Eine sachliche Bewertung

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Arbeitgeberverbände, die CSU und der Wirtschaftsflügel der CDU sprechen immer wieder von „überbordender Bürokratie“ beim Mindestlohn. Mit diesem Argument wird versucht, die Aufzeichnungspflichten des Mindestlohngesetzes (MiloG) bei Minijobs  und den „schwarzarbeitsgefährdeten Branchen“  Gastgewerbe, die Fleischindustrie, Speditionen, Logistik Schaustellergewerbe, Forstwirtschaft, Messebau, Personenbeförderung und Gebäudereinigung abzuschaffen.

Stundenaufzeichnungen sind Usus in der Wirtschaft.

Zunächst ist grundsätzlich festzustellen, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer die geleisteten Arbeitsstunden im Monat für ihre jeweiligen Zwecke benötigen. Handwerker brauchen z.B. Stundenaufzeichnung  für die Rechnungsstellung gegenüber ihren Kunden aber auch für die korrekte Bezahlung ihrer Mitarbeiter. Unternehmen benötigen solche Aufzeichnungen für ihre betriebswirtschaftliche Kalkulation. Wenn Mitarbeiter im Rahmen von Minijobs bis zu 450,00 € arbeiten, werden sie selten mit dem  gleichen Pauschalbetrag je Monat  bezahlt. Wird in Monaten unregelmäßig gearbeitet, sind die Stundenaufzeichnungen für eine korrekte und faire Bezahlung wichtig. Oft sind auch  Dienstpläne in Bezug auf die Verteilung der Arbeitszeiten und Schichten in Gebrauch, in denen Beginn und voraussichtliches Ende der täglichen Arbeitszeit festgehalten wird, die dann mit der realen Arbeitszeit abgeglichen werden.

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21 Aug 2014

Will man alle Dienst- und Werkverträge regulieren?

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So argumentieren häufig die Gegner einer anstehenden Gesetzesänderung, die das Ziel hat, den Missbrauch von Werkverträgen zu verhindern. Ist das wirklich so? Hier ist es vorteilhaft das Thema differenziert anzugehen und auch die Koalitionsvereinbarung zu lesen.

Worum geht es bei der anstehenden Gesetzesänderung?

Völlig außer Diskussion sind die Dienst- und Werkverträge, die mit Privatpersonen geschlossen weder (z.B. Maler der die Wohnung renoviert). Auch nicht betroffen sind alle Dienst- und Werkverträge, die außerhalb der Örtlichkeit des Verleiher realisiert werden. Was  zur Regulierung ansteht –  sind die Dienst- und Werkverträge, die in den Örtlichkeiten des Bestellers getätigt  werden. Da geht es um die Frage ob der Werkvertrag nicht vielleicht Arbeitnehmerüberlassung ist. Werkverträge, häufig ohne tarifliche Bindung, bedeuten teilweise eine schlechtere Bezahlung der Mitarbeiter.  und niedrigere Kosten für den Besteller.  Arbeitnehmerüberlassung ist tariflich geregelt und in einigen Branchen durch tarifliche Zuschlagssysteme im Zeitablauf bedeutend attraktiver für den Mitarbeiter.

AÜ-Erlaubnis als Rettungsschirm um Illegalität zu vermeiden?

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02 Jul 2014

Das Qualitätssiegel faire Zeitarbeit feiert den 6. Geburtstag

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Vor 6 Jahren wurde das Qualitätssiegel faire Zeitarbeit von der I.Q.Z ins Leben gerufen. Die Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit GmbH bietet die Plattform für faire, seriöse und an Werten orientierte Personaldienstleistung.

Im Unterschied zu prozessorientierten Prüfung von Unternehmen der Branche orientiert sich das Qualitätssiegel faire Zeitarbeit an CSR – Grundsätzen (Corporate Social Responsibility). Personaldienstleister als Teil der sozialen Gemeinschaft üben nach diesen Grundsätzen eine Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern, Kunden und Nachbarn, ihrer Umwelt und der Gesellschaft aus.

Festlegung einheitlicher und anerkannter Kriterien

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18 Mrz 2014

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will dem Missbrauch von Werkverträgen und Leiharbeit einen Riegel vorschieben.

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Arbeitsminister Guntram Schneider macht konkrete Vorschläge für eine Gesetzesänderung

Ausgehend von einer Diskussion im Forum „Faire Zukunftslösung für Flexibilität“, hinterlegt mit Gutachten von Herrn Prof. Dr. Peter Schüren und Frau Prof. Dr. Christiane Brots (Infos hierzu) ist das laut Minister Schneider „der erste konkrete Vorschlag für eine Eindämmung des Missbrauchs von Leiharbeit und Werkverträgen. NRW setzt damit die Messlatte hoch für alle folgenden Diskussionen.”

Bei Werkverträgen „Umkehr der Beweislast“

Die Arbeitgeber müssen künftig nachweisen, dass die Beschäftigten  in einem Werkvertrag tatsächlich echte Werkvertrags-Mitarbeiter sind und kein Schein-Werkvertrag vorliegt. Schneider: “Konkret heißt das: Wir wollen die Beweislastumkehr einführen. Wenn ein Mitarbeiter aufzeigt, dass er in die Arbeitsorganisation genauso eingebunden ist, wie ein Kollege aus dem Stammpersonal, dann muss das Unternehmen beweisen, dass dies nicht der Fall ist. Kann es das nicht, dann ist es automatisch der tatsächliche Arbeitgeber und haftet. Der Arbeitnehmer kann sich dann einklagen.”

Stärkere Informationsrechte für Betriebsräte bei Werkverträgen

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